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Entzündliche Erkrankungen | Herzmuskelentzündung: Diagnostik

Unser virtueller Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch den Diagnosepfad führen.

Diagnose einer Herzmuskelentzündung

Eine Herzmuskelentzündung, oder Myokarditis, ist definiert als Entzündung des Herzmuskels. Häufig sind neben dem Herzen auch noch andere Organe des menschlichen Körpers von Entzündungen betroffen.

Diagnostik

Basis-Untersuchungen

Zunächst wird Ihr Arzt nach einem umfassenden Erstgespräch einige Basis-Untersuchungen durchführen, die erste Hinweise auf die Erkrankung geben können. Diese Untersuchungen sind allesamt schmerzfrei und nicht-invasiv, also ohne Eingreifen in den Körper, und können vom Hausarzt durchgeführt werden.

Diagnostik

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Anamnese

Ihr Arzt wird Sie zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und nach bekannten Erkrankungen in Ihrer Familie fragen, um möglicherweise einen Zusammenhang der Symptome mit einer aktuellen, vergangenen oder verschleppten Erkältung herzustellen.

EKG

Ein Ruhe-EKG hilft dem Arzt, einen ersten Eindruck über den Herzrhythmus und die Herzfrequenz zu bekommen. Zudem hilft das EKG bei der weiteren Therapieplanung - werden Rhythmusstörungen erkannt, z.B. Vorhofflimmern, muss die Medikation entsprechend angepasst werden.

EKG

Langzeit-EKG

Bei vielen Patienten treten Herzrhythmusstörungen nur temporär auf. Deshalb gehört zur Diagnostik in aller Regel auch ein Langzeit-EKG. Hier zeichnet ein kleiner Rekorder mit Klebeelektroden auf dem Brustkorb den Herzschlag über mindestens 24 Stunden bis zu 7 Tagen auf. Der Patient kann und soll sich in dieser Zeit frei bewegen. Damit erhält der Arzt Kenntnis über Herzfrequenz und Herzrhythmus im normalen Tages-/Nacht-Verlauf und kann so auch nur zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen diagnostizieren.

Echokardiographie

Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) wird von außen über die Brustwand die Größe und Funktion der vier Herzkammern, der vier Herzklappen sowie des Blutflusses vom linken Vorhof in die linke Herzkammer bestimmt. Anhand der Pumpfunktion der Herzkammern ist die Schwere der Herzmuskelentzündung sehr gut einschätzbar. Je größer die Einschränkung der Pumpfunktion ist, umso schwerwiegender ist die Entzündung.

Erweiterte Diagnostik

Finden sich im Rahmen der Basis-Untersuchungen erste Hinweise auf eine Herzmuskelentzündung, wird Ihr Arzt weitere nicht-invasive Untersuchungen anordnen, die auf den Ergebnissen der vorangegangenen Diagnostik aufbauen. Hierzu kann er Sie ggf. auch zu einem Spezialisten überweisen.

Diagnostik

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Laboruntersuchungen

Sollten bei den Basisuntersuchungen erste Anzeichen für eine mögliche Herzmuskelentzündung gefunden worden sein, so wird Ihr Arzt Blut abnehmen und untersuchen lassen. Bei einer Entzündung des Herzmuskels finden sich im Blut vor allem Bestandteile, die für eine Entzündungsreaktion typisch sind, zum Beispiel eine große Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten). Auch können im Blut Bestandteile der Herzmuskelzelle, die durch deren Zerstörung in das Blut gelangen, nachgewiesen werden (z.B. Troponin).

Laboruntersuchungen

Weiterführende Untersuchungen für spezielle Fragestellungen

Spezielle weiterführende Untersuchungen können Ihrem Arzt dabei helfen, die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen.

Diagnostik

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Herzkatheteruntersuchung

Da Durchblutungsstörungen eine der häufigsten Ursachen der Herzschwäche sind, muss bei jeder neu identifizierten Herzschwäche eine Herzkatheter-Untersuchung erfolgen. Bei dieser Untersuchung wird ein sog. Katheter - eine Art Mini-Schlauch - über eine kleine Einstichstelle am Handgelenk oder an der Leiste in ein Blutgefäß eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Der Arzt kann dann mit einer kleinen Menge von Röntgenkontrastmittel und einer Röntgenröhre die drei Herzkranzgefäße darstellen, die für die Durchblutung des Herzens sorgen. Für weitere spezielle Fragestellungen stehen heute zudem in vielen Katheterlaboren verschiedene Techniken zur zusätzlichen Bildgebung mittels Ultraschall (IVUS), Lichtkatheter (optische Kohärenztomografie, OCT) oder Drucksensoren (fraktionelle Flußreserve, FFR) zur Verfügung. Werden im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung bedeutsame Verengungen (meist  erst > 70% Verengung) nachgewiesen, können diese oft mittels eines Stents behandelt werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder zusätzlichen Klappenerkrankungen ist jedoch manchmal auch eine Herzoperation („Bypass“) erforderlich.

Herzkatheteruntersuchung

Myokardbiopsie

Ist die Pumpfunktion des Herzens in der Echokardiographie schlecht, hat die Myokarditis also bereits zu einer relevanten Herzschädigung geführt, sollte in einem spezialisierten  Zentrum eine Biopsie aus dem Herzmuskel erfolgen. Mittels einer sog. Biopsiezange werden dabei während einer Herzkatheteruntersuchung aus der rechten oder linken Herzkammer Muskelproben entnommen. So lassen sich  genaue Informationen über die Virusinfektion und die Schädigung des Herzmuskels durch die körpereigene Abwehr erhalten.