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Gefäßerkrankung | Koronare Herzkrankheit: Diagnostik

Unser virtueller Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch den Diagnosepfad führen.

Diagnose einer koronaren Herzkrankheit

Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Untersuchungen zur richtigen Diagnose notwendig sind und wie Ihre Erkrankung bestmöglich behandelt werden kann.

Diagnostik

Der Weg zur richtigen Diagnose bei einer koronaren Herzkrankheit

In den meisten Fällen wird die koronare Herzkrankheit durch eine Herzkatheteruntersuchung diagnostiziert. Die Krankheitsverläufe und Beschwerden bei der koronaren Herzkrankheit sind jedoch von Patient zu Patient unterschiedlich, zudem hat jeder Patient seine ganz eigene Vorgeschichte. Ihr Arzt entscheidet, welche Untersuchungen bei Ihnen wichtig sind und durchgeführt werden müssen, um die Ursache für Ihre Beschwerden zu finden.

Jeder Patient mit Herzbeschwerden sollte die unten genannten Basis-Untersuchungen erhalten; sie geben oftmals schon Hinweise auf die Erkrankung.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Untersuchungen, die dem Arzt helfen, im Rahmen einer erweiterten Diagnostik die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen.

Bei speziellen Fragestellungen kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen.

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Basis-Untersuchungen

Zunächst wird Ihr Arzt nach einem umfassenden Erstgespräch einige Basis-Untersuchungen durchführen, die erste Hinweise auf die Erkrankung geben können. Diese Untersuchungen sind allesamt schmerzfrei und nicht-invasiv, also ohne Eingreifen in den Körper, und können vom Hausarzt durchgeführt werden.

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Körperliche Untersuchung

In der körperlichen Untersuchung wird beobachtet, ob Wassereinlagerungen ("Ödeme") an den Knöcheln als Zeichen einer Herzschwäche vorliegen. Bei dem Abhorchen des Herzens und der Lunge wird untersucht, ob es Hinweise auf einen Herzklappenfehler ("Systolikum") oder eine Herzschwäche ("3. Herzton") gibt.

EKG

Ein akuter Herzinfarkt wird im Ruhe-EKG durch sogenannte ST-Hebungen in mehreren Ableitungen sichtbar; dabei handelt es sich um Veränderungen in der Erregungsrückbildung, die durch den Sauerstoffmangel bedingt sind. Je nach betroffenem Gefäß sind unterschiedliche Ableitungen betroffen.

EKG

Belastungs-EKG

In der Phase der Erkrankung, in der eine Engstelle im Gefäß besteht, können die typischen EKG-Veränderungen teilweise durch Belastung provoziert werden. Leider ist das Belastungs-EKG jedoch nicht verlässlich; selbst bei vorliegender Engstelle ist es nur bei ca. 50% der Patienten positiv.

Anamnese

Für die ärztliche Anamnese ist die körperliche Leistungsfähigkeit sehr wichtig: Gibt es eine Einschränkung durch Luftnot oder Druck auf der Brust? Sind erhöhte LDL-Cholesterinwerte, ein Bluthochdruck oder ein Diabetes bekannt? Wichtig ist auch die Familienanamnese: gibt es nahe Angehörige, die im Alter unter 60 Jahre einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten haben?

Erweiterte Diagnostik

Finden sich im Rahmen der Basis-Untersuchungen erste Hinweise auf eine Erkrankung, wird Ihr Arzt weitere nicht-invasive Untersuchungen anordnen, die auf den Ergebnissen der vorangegangenen Diagnostik aufbauen. Hierzu kann er Sie ggf. auch zu einem Spezialisten überweisen.

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Myokardszintigrafie

Diese Untersuchung ist Teil der Routine bei der KHK-Diagnostik in Deutschland; sie hat in vielen Fragestellungen das Belastungs-EKG abgelöst. Dabei wird eine radioaktive Substanz in die Blutbahn gegeben, die sich dann gezielt im Herzmuskelgewebe anlagert. Die Verteilung dieses unschädlichen Isotops wird mit hochsensitiven Sensoren gemessen. Bei gleichmäßiger Verteilung ist die Sauerstoffversorgung des gesamten Herzmuskels intakt; zeigt sich ein Bereich nicht durchblutet, muss durch weiterführende Untersuchungen (z.B. Herzkatheter, s.u.) die Ursache geklärt werden.

Echokardiografie

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens kann Schädigungen des Herzmuskels durch eine Mangeldurchblutung im Nachhinein identifizieren. Der entsprechende Bereich des Herzmuskels pumpt nicht mehr richtig. Als Spätfolge eines Herzinfarktes tritt auch eine Erweiterung der linken Herzkammer auf; diese lässt sich gut im Echo nachweisen. Die Gefäße selbst können nicht dargestellt werden.

Duplexuntersuchung der Halsgefäße

Die vier Halsgefäße liegen so oberflächlich, dass die Gefäßwand sehr detailliert untersucht werden kann. Im Sinne einer Vorsorgeuntersuchung ist es daher möglich, Plaques (s.o.) in den Halsgefäßen frühzeitig darzustellen; dieser Befund zeigt eine allgemeine Arterienverkalkung und damit ein erhöhtes Herzinfarktrisiko an.

Weiterführende Untersuchungen für spezielle Fragestellungen

Spezielle weiterführende Untersuchungen können Ihrem Arzt dabei helfen, die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen. Dabei kann er z.B. ein besonderes bildgebendes Verfahren anordnen, das die Diagnose von Herzdurchblutungsstörungen ermöglicht. Bei invasiven Verfahren, die in den Körper eingreifen, kann die Gefäßverengung auch direkt in derselben Sitzung behandelt werden.

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Koronarangiografie

Bei Patienten mit mehreren Risikofaktoren und Beschwerden unter Belastung oder auffälligen Voruntersuchungen (Echokardiografie, Belastungs-EKG, Myokardszintigrafie) muss die Durchblutung des Herzens invasiv untersucht werden. Im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung werden die Herzkranzgefäße sichtbar gemacht. Hierfür wird über einen dünnen Katheter, der über die Arterie am Handgelenk oder in der Leiste eingeführt wird, Röntgen-Kontrastmittel direkt in die Herzkranzgefäße gegeben. Mit Hilfe von Röntgenstrahlung werden die Gefäße und mögliche Engstellen dann sichtbar gemacht. Die Bilder werden über eine Röntgenanlage in verschiedenen Winkeln aufgenommen, um jeden Gefäßabschnitt optimal  aufzunehmen.  Am Ende der Untersuchung werden die Katheter entfernt und das Gefäß mittels eines Verschlusssystems abgedichtet.