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Herzschwäche | Chronische Herzschwäche: Behandlung

Unser virtueller Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch die möglichen Behandlungsoptionen führen.

Behandlung einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Zur Behandlung von Herzinsuffizienz stehen je nach Schweregrad verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Erfahren Sie hier Schritt für Schritt, wie Ihre Erkrankung bestmöglich behandelt werden kann. 

Behandlung

Der Weg zur richtigen Therapie einer Herzschwäche

Ziel der Therapie der Herzinsuffizienz ist es, die Lebensqualität des Patienten zu verbessern und seine Symptome zu lindern. Die Leistungsfähigkeit sollte den individuellen Ansprüchen genügen; dementsprechend abgestuft erfolgt der Einsatz der verschiedenen Therapieansätze und -verfahren.

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Untersuchung und Behandlung der Begleiterkrankungen

Bei Patienten mit Herzschwäche sollten zu Beginn der Therapie mögliche Begleiterkrankungen und Risikofaktoren untersucht werden, da diese einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Herzschwäche haben können. Zu den Erkrankungen, die sich auf die Herzschwäche auswirken können, zählen u.a. Niereninsuffizienz, Depression und Atemwegserkrankungen.

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Änderung des Lebensstils

Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, können auch selbst etwas für Ihre Herzgesundheit tun.  Neben dem Verzicht auf Nikotin stehen hier Bewegung und eine gesunde Ernährung an erster Stelle.  Grundsätzlich sollte der Speiseplan ausgewogen sein und den allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung folgen. Wichtig ist, dass die Menge der empfohlenen Flüssigkeitsaufnahme mit dem behandelnden Arzt besprochen wird.  Sofern der gesundheitliche Zustand es zulässt, ist sportliche Betätigung zu empfehlen. Es gibt zudem inzwischen die Möglichkeit, in sog. „Herzsportgruppen“ unter Aufsicht eines speziell ausgebildeten Arztes zu trainieren.

Bei Patienten, die Wassereinlagerungen haben, ist eine engmaschige Gewichtskontrolle sehr wichtig für den Therapieerfolg. Nach Schulung der betroffenen Patienten ist es meist möglich, mit täglichem Wiegen und Anpassung der wassertreibenden Medikamente durch den Patienten selbst ein stabiles Gewicht zu erreichen.

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Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

Zu Beginn der Therapie einer Herzschwäche steht die Abklärung der Ursache der Erkrankung. Ist die Behandlung der Grunderkrankung dann möglich und erfolgreich, kann die Prognose der Herzschwäche und die Lebensqualität des Patienten deutlich verbessert werden. 

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Korrektur einer undichten Mitralklappe

Durch die Erweiterung der linken Herzkammer wird die Herzklappe zwischen Vorhof und Herzkammer („Mitralklappe“) häufig undicht; dadurch wird Blut statt in den Körper zurück in den Lungenkreislauf gepumpt. Neue Beobachtungen zeigen, dass schon die Korrektur einer mittelgradigen Undichtigkeit z. B. durch das Katheterverfahren des „MitraClip“ bei vielen Patienten eine deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Patienten bewirkt. Besonders bei jüngeren Patienten sowie bei fortgeschrittener Undichtigkeit der Klappe kommt hingegen die Herzoperation mit Rekonstruktion der Klappe zum Einsatz.

Wiederherstellung der Durchblutung

Zu Beginn der Therapie einer Herzschwäche steht die Überprüfung der Durchblutung mittels einer Herzkatheter-Untersuchung.  Diese Untersuchung muss auch wiederholt werden, wenn sich die Herzfunktion bei bekannter Herzschwäche weiter verschlechtert oder neue Beschwerden auftreten. Sollte eine Engstelle oder ein Gefäßverschluss vorliegen, kann dieser meist mittels einer kleinen Gefäßstütze („Stent“) behoben werden. Ist die Erkrankung sehr weit fortgeschritten und alle drei Herzkranzgefäße betroffen, kann eine Bypass-Operation notwendig sein. Diese ist insbesondere bei Patienten mit einer Zuckererkrankung (Diabetes) zu empfehlen. Alternativ zu einem Stent kann heutzutage ein resorbierbares Gefäßgerüst („Scaffold“) sowie ein Spezialballon mit Beschichtung („drug-coated Ballon, DCB“) zum Einsatz kommen.

Korrektur einer verengten oder undichten Aortenklappe

Die Einschätzung einer Verengung der Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Körperkreislauf ist bei Herzinsuffizienz häufig schwierig. Grundsätzlich können Verengungen dieser Klappe zu einer Herzschwäche und Luftnot führen; ein Klappenersatz durch einen Kathetereingriff (TAVI) oder eine Operation führt häufig zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit.

Vorhofflimmerablation

Die Funktion der Vorhofkontraktion ist bei einer Herzschwäche gut mit der „Turbo“-Funktion eines Automotors zu vergleichen: Fällt diese Vorlast weg, reduziert sich die Leistung der linken Herzkammer um bis zu 30%. Die Wiederherstellung des Sinusrhythmus kann daher zu einer Leistungssteigerung führen. Diese wird primär medikamentös versucht; häufig kommt es jedoch zu Rückfällen. Besteht eine berechtigte Chance den Sinusrhythmus zu erhalten, ist eine kathetergestützte Pulmonalevenenisolation („Vorhofflimmerablation“) vielversprechend.

Stammzelltherapie

Die Therapie mit Zellen zielt darauf ab, die körpereigene Regeneration des Herzmuskels zu unterstützen und die Bildung von neuen Blutgefäßen sowie Herzmuskelzellen anzuregen. Sie ist aktuell nur im Rahmen von Studien verfügbar.

Medikamentöse Therapie

Basis der Therapie einer Herzinsuffizienz ist die Entlastung des linken Herzmuskels durch Entspannung der arteriellen Blutgefäße; die eingesetzten Medikamente sind daher häufig auch für die Behandlung des Bluthochdrucks zugelassen.

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ACE-Hemmer

Die Behandlung beginnt mit dem Einsatz eines ACE-Hemmers, z. Bsp. Ramipril. Die Dosis wird dabei schrittweise bis zur individuell für den Patienten tolerierbaren Dosis gesteigert. ACE-Hemmer hemmen ein bestimmtes Enzym, das für die Blutdruckregulation mitverantwortlich ist. Bei 10% der Patienten mit ACE-Hemmer-Behandlung tritt ein Reizhusten auf, da dieses Medikament auch den Abbau des Botenstoffes „Bradykinin“ in der Lunge hemmt. Husten tritt bei Patienten mit Herzinsuffizienz allerdings auch infolge eines Blutstaus in der Lunge auf; in diesem Fall verspricht die Erhöhung der Medikamente eine Verbesserung. Die Behandlung der Herzinsuffizienz mit ACE-Hemmern  erfolgt auch bei niedrigen Blutdruckwerten; auch Blutdruckwerte um 100mmHg werden von vielen Patienten gut vertragen und entlasten den geschwächten Herzmuskel.

Betablocker

Neben einem ACE-Hemmer stellt ein Betablocker den weiteren Grundstein der medikamentösen Behandlung dar. Betablocker hemmen die aktivierende Wirkung des Hormons Adrenalin auf sog. Beta-Rezeptoren und senken so die Herzfrequenz und den Blutdruck. Dadurch wird das Herz entlastet. Betablocker verhindern bösartige Rhythmusstörungen des geschwächten Herzens und sorgen damit für ein verlängertes Leben der Patienten.

AT1-Rezeptorblocker

Patienten, die einen ACE-Hemmer nicht vertragen, nehmen stattdessen einen AT1-Rezeptorblocker (auch als Angiotensin-Rezeptorblocker, ARB, bezeichnet). Einige Ärzte verwenden auch primär ARB. Auch diese Behandlung erfolgt unabhängig vom Ausgangsblutdruck, da diese Medikamente das geschwächte Herz entlasten können und damit ein Voranschreiten der Erkrankung verhindern. ARB wirken ähnlich wie ACE-Hemmer. Im Gegensatz zu den ACE-Hemmern tritt hier kein Reizhusten auf, da der Botenstoff Bradykinin nicht verändert wird.

ARNI

Das Kombinationsmedikament ARNI (AT1-Rezeptorblocker mit einem Neprilysin-Hemmer) hemmt den Abbau eines körpereigenen Hormons, das zur Erweiterung der Blutgefäße beiträgt. Besonders bei Patienten, die eine stark eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens aufweisen (EF < 40%) bietet ARNI Vorteile gegenüber einem ACE-Hemmer. Für Patienten, die bisher mit einem solchen ACE-Hemmer oder einem AT1-Rezeptorblocker behandelt wurden und dabei unter Luftnot oder Wasseransammlungen in den Beinen litten, kann ARNI eine bessere Alternative darstellen.

MR-Antagonist

Bei Patienten, die trotz optimaler Einstellung mit ACE-Hemmer und Betablocker keine Symptomverbesserung erfahren, kann ein Aldosteron-Antagonist (auch als MR-Antagonist oder Mineralkortikoid-Rezeptorantagonist bezeichnet)  den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Aldosteron-Antagonisten hemmen die Wirkung des Hormons Aldosteron, Wasser in der Niere zurückzuhalten. Sie beeinflussen zusätzlich positiv die Vernarbung des Herzens nach einem Herzinfarkt.

Ivabradin

Stellt sich trotz Betablocker, ACE-Hemmer und MRA keine Verbesserung ein und ist die Herzfrequenz weiterhin höher als 70 Schläge pro Minute, kommt Ivabradin zum Einsatz. Ivabradin hemmt gezielt bestimmte Kanäle direkt im Sinusknoten und führt so zu einer Senkung der Herzfrequenz bei allen Patienten mit regelmäßigem Herzrhythmus. Ivabradin wirkt nicht bei Patienten mit Vorhoflimmern.

Digitalis

Bei Patienten, die trotz Betablocker, ACE-Hemmer und MRA keine Symptomverbesserung erfahren, kann Digitalis in Erwägung gezogen werden. Digitalis steigert die Fähigkeit des Herzens sich zusammenzuziehen und verringert die Herzfrequenz. Insbesondere bei Patienten mit Vorhofflimmern kann sich Digitalis - in Kombination mit einem Betablocker - positiv auf die Herzfrequenz auswirken.

Antikoagulanzien

Leidet der Patient zusätzlich an Vorhofflimmern, sollte eine sog. Antikoagulation erfolgen. Dabei wird ein Medikament verabreicht, das die Blutgerinnung hemmt. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich Blutgerinnsel bilden und im Gehirn einen Schlaganfall verursachen. Neben dem seit langem verfügbaren Phenprocoumon stehen inzwischen neue orale Antikoagulanzien zur Verfügung, bei denen keine Blutwerte zur Steuerung der Therapie („INR-Wert, Quick“) mehr bestimmt werden müssen. Die schwerste Nebenwirkung der Blutverdünnung, eine Gehirnblutung mit häufig gravierender Einschränkung des Patienten, tritt zudem unter den neuen Medikamenten deutlich seltener auf.

Diuretikum

Wenn sich Wasser in der Lunge oder in den Beinen ansammelt, muss ein „Diuretikum“ wie HCT oder Torasemid eingesetzt werden, bis wieder das Normalgewicht erreicht ist. Das Diuretikum kurbelt die Harnproduktion der Nieren an und es kommt zu einem verstärkten Harndrang und Wasserlassen. Auf diese Weise wird das eingelagerte Wasser ausgeschwemmt und so das Herz entlastet. Gerade die Kombination verschiedener Diuretika hat sich als sehr wirksam erwiesen. Sobald das Normalgewicht erreicht ist, kann die Dosis insbesondere der Schleifendiuretika, wie Furosemid oder Torasemid, wieder reduziert werden, sodass bei gleicher Wasseraufnahme das Gewicht stabil bleibt. Wird zu viel Diuretikum verabreicht, kommt es zu Schwindel und einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

Implantattherapie

Bei bestimmten Begleit- oder Grunderkrankungen kann eine Implantattherapie sinnvoll sein. Hierbei stehen verschiedene Implantattypen zur Auswahl, die Auswahl richtet sich hierbei nach der zugrunde liegenden Erkrankung und den Begleiterkrankungen.

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Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines, nur ca. 25g schweres elektronisches Gerät zur Therapie eines zu langsamen Herzschlags. Er wird unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins direkt unter der Haut oder dem Brustmuskel eingesetzt. Durch eine oder zwei Elektroden ist der Herzschrittmacher direkt mit dem Herzen verbunden. So kann er jederzeit die Herzfrequenz (den Puls) kontrollieren. Ist diese zu langsam oder setzt das Herz ganz aus, gibt der Herzschrittmacher kleine elektrische Impulse ab und normalisiert so die Herzaktivität.

Ein Herzschrittmacher verbleibt solange im Körper, bis seine Batterie erschöpft ist oder aus anderweitigen Gründen ein Wechsel vorgenommen werden muss. Die neuesten Modelle haben eine Batterielaufzeit von über zehn Jahren. Mindestens einmal im Jahr sollte eine persönliche Nachsorge beim Arzt erfolgen. Die übrigen vierteljährlich vorgeschriebenen Kontrollen können auch telemedizinisch erfolgen.

ICD-System

Der ICD ist ein kleines Gerät zur Erkennung und Behandlung von schnellen, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien, Kammerflimmern), das dem Patienten unter die Haut oder unter den Brustmuskel eingesetzt wird.

Der ICD ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und verfügt über eine oder zwei Elektroden, die das Gehäuse mit dem Herzen verbinden. Der ICD erkennt gefährliche, zu schnelle Herzrhythmusstörungen und beendet sie durch elektrische Stimulation (sog. antitachykardes Pacing) oder einen „Schock“ (Defibrillation).

Ebenso wie ein Herzschrittmacher verbleibt der Defibrillator im Körper. Die Batterielaufzeit beträgt je nach Funktion und Abgabe von Schocks bis zu zehn Jahren. Mindestens einmal im Jahr sollte eine persönliche Nachsorge beim Arzt erfolgen. Die übrigen vierteljährlich vorgeschriebenen Kontrollen können auch telemedizinisch erfolgen.

CRT-System

Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie, kurz CRT-Systeme, dienen der Behandlung von schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Bei vielen Patienten mit einer ausgeprägten Herzschwäche arbeiten die beiden Kammern nicht mehr ideal aufeinander abgestimmt. Dadurch kann das Herz nur erheblich weniger Blut in den Kreislauf pumpen. Ziel der CRT ist es deshalb, die Kontraktion der Herzkammern wieder aufeinander anzupassen, zu resynchronisieren.

Ein CRT-Gerät ist ähnlich aufgebaut wie ein implantierbarer Herzschrittmacher oder ICD: Von einem metallischen Aggregat führen insgesamt drei Elektronen zum Herzen – jeweils eine in jede Herzkammer und eine weitere in den rechten Vorhof. Sie messen die Herzaktivität und stimulieren die Herzzellen so, dass beide Herzkammern synchron arbeiten. Solche CRT-Systeme werden als CRT-P oder auch als Schrittmacher (engl. Pacer) zur kardialen Resynchronisationstherapie bezeichnet. Darüber hinaus gibt es noch Systeme, die wie ein ICD zusätzlich bei schnellen Herzrhythmusstörungen Schocks abgeben können. Sie werden CRT-D oder Defibrillator zur kardialen Resynchronisationstherapie genannt.

Herzunterstützungssystem

Bei sehr fortgeschrittener Herzschwäche kommen heute - häufig schon als Ersatz für eine Transplantation - Ersatzsysteme zum Einsatz, die „huckepack“ zu der körpereigenen Herzfunktion kontinuierlich arbeiten. Die regelmäßigen Batteriewechsel sowie die Notwendigkeit einer dauerhaften Blutverdünnung begrenzen jedoch noch den Einsatz auf eine sehr kleine Gruppe von Patienten.

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Herztransplantation

Bei extremer Herzschwäche in jungen Jahren, häufig als Folge einer schweren Herzmuskelentzündung oder vererblicher Stoffwechselstörungen mit den ersten Herzinfarkten schon im Alter um 40, kann die Herztransplantation zum Einsatz kommen. Auch aufgrund des Mangels an Spenderorganen kommt diese Therapie jedoch nur für wenige Patienten in Frage.

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