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Zu langsamer Herzschlag | Bradykardie: Behandlung

Unser virtueller Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch die möglichen Behandlungsoptionen führen.

Behandlung von Kammerflimmern / Behandlung von Vorhofflattern

Die Behandlung des zu schnellen Herzschlags richtet sich nach der Art der Rhythmusstörung und ihrem Entstehungsort - so wird Kammerflimmern anders behandelt als Vorhofflattern. Grundsätzlich stehen für die Behandlung eines zu schnellen Herzschlags verschiedene Optionen zur Verfügung - von Medikamenten über das Einsetzen eines speziellen Implantats bis hin zur Ablation oder Kardioversion.

Behandlung

Der Weg zur richtigen Therapie von Kammerflimmern

Beim Kammerflimmern ziehen sich die Kammern so schnell zusammen, dass sie sich kaum noch mit Blut füllen können. In der Folge befördert das Herz nur noch sehr wenig Sauerstoff in den Kreislauf und der Betroffene droht bewusstlos zu werden. Menschen mit vorgeschädigtem Herzen wie jene, die bereits einen Herzinfarkt erlitten oder verengte Herzkranzgefäße haben, sind besonders gefährdet.

  • Ein Kammerflimmern ist immer ein Notfall und muss unverzüglich behandelt werden!

Dauert der Zustand an, bricht der Kreislauf zusammen und die Betroffenen verlieren das Bewusstsein. Schwere Schädigungen des Gehirns und anderer Organe bis hin zum Tod sind Folgen des Sauerstoffmangels, wenn das Kammerflimmern nicht schnellstmöglich mit Hilfe von lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen beendet werden kann. Die einzige wirksame Therapie ist die Defibrillation. Dabei wird dem Patienten von außen über Elektroden ein starker Stromstoß gegeben, der alle Herzmuskelzellen gleichzeitig erregt. Auf diese Weise soll wieder ein normaler und vom Sinusknoten ausgehender Herzrhythmus hergestellt werden. Je früher die Defibrillation durchgeführt wird, desto höher sind die Überlebenschancen. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte und dem Beginn der Defibrillation können Helfer vor Ort bereits Erste Hilfe leisten – mit einer Herzdruckmassage und einer Mund-zu-Mund-Beatmung.

Behandlung

Der Weg zur richtigen Therapie von Vorhofflattern

Die Erfolgsaussichten für eine dauerhafte Heilung von Vorhofflattern sind inzwischen sehr gut. Die Wahl der Therapie richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Im Folgenden sollen die verschiedenen Therapieoptionen beschrieben werden.

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Bitte wählen Sie eine Option:

Ablation

Die Therapie der Wahl ist heute die Katheterablation, also die „Verödung“ der verantwortlichen Störareale im Herzen. Mit Hilfe von hochfrequentem Wechselstrom können die Störareale im rechten Vorhof isoliert und die Kreiserregung dauerhaft beseitigt werden.  Dabei wird der sog. Isthmus, eine kleine Engstelle zwischen der unteren Hohlvene und der Trikuspidalklappe, verödet und so das Vorhofflattern unterbrochen. Dieses Verfahren ist sehr sicher und weist eine Erfolgsrate von über 95% auf.

Antiarrhythmika

Der Sinusrhythmus kann bei einigen Patienten mit Vorhofflattern mit Hilfe von antiarrhythmischen Medikamenten wieder hergestellt werden. Man spricht hier auch von einer medikamentösen Kardioversion. Hierbei stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Die Auswahl des Medikamentes richtet sich dabei vor allem nach den begleitenden oder zugrunde liegenden Herzerkrankungen des Patienten. Ist die medikamentöse Behandlung erfolgreich, sollte der Patient zur Vermeidung eines erneuten Ereignisses ebenfalls einer Ablation zugeführt werden.

Elektrische Kardioversion

In einigen Fällen kann das Vorhofflattern mit einer elektrischen Kardioversion beendet werden. Hierbei werden dem Patienten von außen elektrische Schocks verabreicht, die den Herzschlag wieder in den normalen Sinusrhythmus bringen sollen. Die Kardioversion verspricht leider keinen dauerhaften Erfolg; auch hier sollte daher eine Ablation geplant werden.

Frequenzregulation

Um das Herz vor einer zu hohen Frequenz zu schützen, kann ein Betablocker eingesetzt werden, der den Blutdruck absenkt. Dadurch wird das Herz entlastet und die Beschwerden des Patienten gelindert. Dies ist auch eine kurzfristige Therapie, die nach erfolgter Ablation wieder beendet werden kann.

Antikoagulation

Wie beim Vorhofflimmern besteht auch beim Vorhofflattern die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel im Vorhof bilden. Bei entsprechenden zusätzlichen Risikofaktoren (z.B. hohes Alter, Bluthochdruck) kann es notwendig sein, dass der Patient Medikamente zur Blutverdünnung einnimmt. Wird das Vorhofflattern erfolgreich behandelt, z.B. mit einer Ablation, kann diese orale Antikoagulation nach Rücksprache mit dem Arzt unter Umständen nach 3 - 6 Monaten ohne erneutes Ereignis abgesetzt werden.

Bei Kammerflimmern: ICD-Implantation

Um wieder auftretende Kammertachykardien kontrollieren zu können, muss die zugrunde liegende Erkrankung untersucht und behandelt werden. Patienten, die bereits ein Kammerflimmern überlebt haben, haben ein hohes Risiko für ein erneutes Auftreten dieser gefährlichen Rhythmusstörung. Daher wird diesen Patienten oft ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD) eingesetzt. Der ICD bietet die wirksamste Therapie bei Kammerflimmern. Der ICD ist ein Gerät zur Erkennung und Behandlung von schnellen, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen, die von der Hauptkammer ausgehen. Inzwischen werden ICD-Systeme auch ambulant implantiert. Erhöhte Sicherheit auch zwischen den persönlichen Nachsorgeterminen erhalten Patienten dank der Telemedizin.

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