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Unregelmäßiger Vorhofrhythmus | Vorhofflimmern: Diagnostik

Unser virtueller Arzt wird Sie Schritt für Schritt durch den Diagnosepfad führen.

Diagnose von Vorhofflimmern

Sie leiden unter wiederkehrendem Vorhofflimmern? Hier erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Untersuchungen zur richtigen Diagnose notwendig sind und wie Ihre Erkrankung bestmöglich behandelt werden kann.

Diagnostik

Der Weg zur richtigen Diagnose bei Vorhofflimmern

Die Diagnose von Herzrhythmusstörungen ist nicht immer einfach. Die Krankheitsverläufe und Beschwerden sind von Patient zu Patient unterschiedlich, zudem hat jeder Patient seine ganz eigene Vorgeschichte. Es gibt daher keinen festen und allgemein gültigen Weg der Diagnose von Herzrhythmusstörungen. Ihr Arzt entscheidet, welche Untersuchungen bei Ihnen wichtig sind und durchgeführt werden müssen, um die Ursache für Ihre Beschwerden zu finden.

Bei jedem Patienten mit Herzbeschwerden sollten die folgenden Basis-Untersuchungen durchgeführt werden, die häufig schon Hinweise auf die Erkrankung geben.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Untersuchungen, die dem Arzt helfen, im Rahmen einer erweiterten Diagnostik die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen.

Bei speziellen Fragestellungen kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen.

Diagnostik

Basis-Untersuchungen

Zunächst wird Ihr Arzt nach einem umfassenden Erstgespräch einige Basis-Untersuchungen durchführen, die erste Hinweise auf die Erkrankung geben können. Diese Untersuchungen sind allesamt schmerzfrei und nicht-invasiv, also ohne Eingreifen in den Körper, und können vom Hausarzt durchgeführt werden.


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Anamnese

Ihr Arzt wird Sie zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und nach bekannten Erkrankungen in Ihrer Familie fragen, um möglicherweise einen Zusammenhang der Symptome mit einer aktuellen, vergangenen oder verschleppten Erkältung herzustellen.

Körperliche Untersuchung

Um sich einen ersten Eindruck von Ihrem körperlichen Zustand zu verschaffen, wird Ihr Arzt Sie zunächst körperlich untersuchen; entscheidende Hinweise liefern die Messung des Blutdrucks sowie die Untersuchung der Knöchel und Unterschenkel vor dem Schienbein im Hinblick auf Wassereinlagerungen („Ödemen“).

EKG

Ein Ruhe-EKG hilft dem Arzt, einen ersten Eindruck über den Herzrhythmus und die Herzfrequenz zu bekommen. Zudem hilft das EKG bei der weiteren Therapieplanung - werden Rhythmusstörungen erkannt, z.B. Vorhofflimmern, muss die Medikation entsprechend angepasst werden.

EKG

Langzeit-EKG

Bei vielen Patienten treten Herzrhythmusstörungen nur temporär auf. Deshalb gehört zur Diagnostik in aller Regel auch ein Langzeit-EKG. Hier zeichnet ein kleiner Rekorder mit Klebeelektroden auf dem Brustkorb den Herzschlag über mindestens 24 Stunden bis zu 7 Tagen auf. Der Patient kann und soll sich in dieser Zeit frei bewegen. Damit erhält der Arzt Kenntnis über Herzfrequenz und Herzrhythmus im normalen Tages-/Nacht-Verlauf und kann so auch nur zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen diagnostizieren.

Echokardiographie

Mittels einer Ultraschalluntersuchung (Echokardiografie) wird von außen über die Brustwand die Größe und Funktion der vier Herzkammern, der vier Herzklappen sowie des Blutflusses vom linken Vorhof in die linke Herzkammer bestimmt. Dadurch lässt sich etwa eine Herzinsuffizienz diagnostizieren. Eine Einschränkung der Pumpfunktion der linken Herzkammer entsteht meist in Folge eines Herzinfarktes oder durch dauerhafte Druckbelastung bei Herzklappenerkrankungen und mehrjährigen Bluthochdruck. Eine reine Verdickung der Herzwände mit Rückstau des Blutes in die Lunge und Luftnot ist jedoch ebenso häufig. Diese tritt meist in Folge erhöhter Blutdruckwerte auf.

Echokardiographie

Erweiterte Diagnostik

Finden sich im Rahmen der Basis-Untersuchungen erste Hinweise auf eine Rhythmus-Erkrankung, wird Ihr Arzt weitere nicht-invasive Untersuchungen anordnen, die auf den Ergebnissen der vorangegangenen Diagnostik aufbauen. Hierzu kann er Sie ggf. auch zu einem Spezialisten überweisen.

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Laboruntersuchungen

Um die Ursachen der Herzschwäche weiter einzugrenzen und die Behandlung bestmöglich an den Patienten anzupassen, werden einige Blutwerte erhoben. So kann z.B. über die Bestimmung der Schilddrüsenwerte festgestellt werden, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse die Herzschwäche hervorgerufen hat. Wird eine Anämie, also ein Eisenmangel vermutet, kann ein Blutbild sinnvoll sein. Zusätzlich hilft die Bestimmung von Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Calcium dabei, die Medikamente besser auf den Patienten einzustellen. In unklaren Fällen oder zur Verlaufsbeurteilung kann zudem die Bestimmung eines Biomarkers aus einer Blutabnahme, des BNP (brain natriuretic peptide) oder NT-proBNP (N-terminales proBNP), Klarheit schaffen. Sollte die Pumpleistung herabgesetzt sein und ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen (Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum) muss meist mittels einer Herzkatheter-Untersuchung geklärt werden, ob eine Durchblutungsstörung des Herzens vorliegt. Ist dies ausgeschlossen, kommen weiterführende Diagnostikverfahren zum Einsatz.

Laboruntersuchungen

Belastungs-EKG

Im Belastungs-EKG können die Leistungsfähigkeit sowie mögliche EKG-Veränderungen als Hinweis auf eine Durchblutungsstörung verfolgt werden. Gleichzeitig wird das Blutdruckverhalten unter Anstrengung dokumentiert. Leider ist das Belastungs-EKG auch bei Vorliegen einer bedeutsamen Verengung der Herzkranzgefäße nur in der Hälfte der Fälle „positiv“; um eine Verengung zuverlässig auszuschließen, bedarf es daher weiterer Untersuchungen.

Belastungs-EKG

Herzmonitor

Manchmal treten langsame oder schnelle Herzrhythmusstörungen nur sehr selten auf, aber dann so ausgeprägt, dass der Patient wiederholt das Bewusstsein verliert. Auch in diesen Fällen versucht der Arzt mit den genannten Untersuchungsmethoden den Nachweis der Herzrhythmusstörungen. Gelingt dies nicht, dann kann man dem Patienten einen sog. Herzmonitor (auch als „Loop-Rekorder“ oder „Event-Rekorder“ bezeichnet) einsetzen. Das geschieht heute minimal-invasiv durch einen sehr kleinen Hautschnitt im Bereich des linken Brustkorbs. Das implantierte „Mini-EKG“ zeichnet Herzfrequenz und Herzrhythmus kontinuierlich auf. Bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen speichert das Gerät automatisch den entsprechenden EKG-Abschnitt. Zusätzlich hat der Patient die Möglichkeit, bei Symptomen wie Schwindel mittels eines externen Aktivators selbst ein EKG zu speichern. In beiden Fällen überträgt der Herzmonitor das EKG drahtlos zum Arzt. Dieser kann so in kurzer Zeit zu einer Diagnose kommen und den Patienten bei Erfordernis einbestellen.

Herzmonitor

Weiterführende Untersuchungen für spezielle Fragestellungen

Spezielle weiterführende Untersuchungen können Ihrem Arzt dabei helfen, die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen. Dabei kann er z.B. ein besonderes bildgebendes Verfahren anordnen, das die Diagnose von Herzmuskelerkrankungen oder Durchblutungsstörungen ermöglicht. Bei einigen invasiven Verfahren, die in den Körper eingreifen, kann die Herzrhythmusstörung bzw. die Gefäßverengung auch direkt in derselben Sitzung behandelt werden.

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Myokardszintigraphie

Diese Untersuchung erfolgt ebenfalls von außen mit einer Spezialkamera. Der Patient erhält ein sehr kurz aktives Radionuklid, welches sich im Herzmuskel konzentriert. Durch Vergleich von Herzaufnahmen unter Belastung mit denen in Ruhe kann eine Durchblutungsstörung nachgewiesen werden. Dieser Gefäßbereich kann dann gezielt mittels einer Herzkatheter-Untersuchung diagnostiziert und behandelt werden.

Herz-MRT

Bei der relativ neuen Methode der Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens werden mittels Magnetfeldern und Radiowellen dreidimensionale Computerbilder des Herzens erzeugt. Das Herz-MRT (auch als „Kardio-MRT“ bezeichnet) kann bei Verdacht auf Arteriosklerose der zentralen Herzkranzarterien und auch zur Diagnostik bei Herzmuskelentzündungen eingesetzt werden. Beide Erkrankungen können Herzrhythmusstörungen verursachen.

Herz-MRT

Elektrophysiologische Untersuchung

Eine Elektrophysiologische Untersuchung (sog. „EPU“) kommt vor allem bei schnellen Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Dabei wird dem Patienten ein Katheter durch die Leistenvene bis in das Herz eingeführt. Während der Untersuchung wird der Ort der Rhythmusstörung aufgesucht. Wenn möglich, beseitigt der Untersucher über den Katheter die Ursprungsorte der Herzrhythmusstörung durch gezielte Verödung.

Herzkatheter-Untersuchung

Da Durchblutungsstörungen eine der häufigsten Ursachen der Herzschwäche sind, muss bei jeder neu identifizierten Herzschwäche eine Herzkatheter-Untersuchung erfolgen. Bei dieser Untersuchung wird ein sog. Katheter – eine Art Mini-Schlauch – über eine kleine Einstichstelle am Handgelenk oder an der Leiste in ein Blutgefäß eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Der Arzt kann dann mit einer kleinen Menge von Röntgenkontrastmittel und einer Röntgenröhre die drei Herzkranzgefäße darstellen, die für die Durchblutung des Herzens sorgen. Für weitere spezielle Fragestellungen stehen heute zudem in vielen Katheterlaboren verschiedene Techniken zur zusätzlichen Bildgebung mittels Ultraschall (IVUS), Lichtkatheter (optische Kohärenztomografie, OCT) oder Drucksensoren (fraktionelle Flußreserve, FFR) zur Verfügung. Werden im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung bedeutsame Verengungen (meist  erst > 70% Verengung) nachgewiesen, können diese oft mittels eines Stents behandelt werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder zusätzlichen Klappenerkrankungen ist jedoch manchmal auch eine Herzoperation („Bypass“) erforderlich.

Herzkatheter-Untersuchung