Auf einen Blick Glossar

A (9) | B (5) | C (2) | D (2) | E (5) | H (6) | I (2) | K (7) | L (2) | M (4) | O (1) | P (1) | S (6) | T (2) | V (4) | W (1)

AblationBehandlung

Die Radiofrequenzablation (auch als Ablation oder Katheterablation bezeichnet) ist eine interventionelle Behandlungsmethode zur Beseitigung bestimmter Formen von tachykarden Herzrhythmusstörungen. Es handelt sich dabei um einen Eingriff unter Verwendung von speziellen, steuerbaren Herzkathetern. Damit wird der Ursprungsort der Rhythmusstörung oder eine an ihrer Entstehung beteiligte Leitungsbahn aufgesucht und lokal zerstört (verödet). Dies erfolgt durch die Anwendung elektrischer Wellen, welche zur Erwärmung des Herzmuskelgewebes führen. Dadurch kommt es zur Verödung und anschließend zur Bildung einer kleinen Narbe. Da das für die Entstehung der Herzrhythmusstörung verantwortliche Herzmuskelgewebe somit nicht mehr funktionsfähig ist, werden keine unkoordinierten Impulse mehr gebildet oder weitergeleitet.

Der Eingriff findet im Herzkatheterlabor statt. Nach örtlicher Betäubung in der Leiste werden die Katheter unter Röntgen-Durchleuchtung ins Herz vorgeschoben. Mit Hilfe des Oberflächen-EKGs, der von den Kathetern registrierten elektrischen Signale aus dem Herzen sowie einer Röntgendurchleuchtung oder eines speziellen bildgebenden Verfahrens mit 3D-Darstellung wird der für die Rhythmusstörung verantwortliche Ort im Herzen aufgesucht und verödet. Das Vorschieben und Platzieren der Katheter spürt der Patient nicht.

ACE-HemmerBehandlung

ACE-Hemmer hemmen ein bestimmtes Enzym, das für die Blutdruckregulation mitverantwortlich ist. Bei 10% der Patienten mit ACE-Hemmer-Behandlung tritt ein Reizhusten auf, da dieses Medikament auch den Abbau des Botenstoffes „Bradykinin“ in der Lunge hemmt. Husten tritt bei Patienten mit Herzinsuffizienz allerdings auch infolge eines Blutstaus in der Lunge auf; in diesem Fall verspricht die Erhöhung der Medikamente eine Verbesserung. Die Behandlung der Herzinsuffizienz mit ACE-Hemmern  erfolgt auch bei niedrigen Blutdruckwerten.

AnamneseUntersuchung

Ihr Arzt wird Sie zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden, Vorerkrankungen und nach bekannten Erkrankungen in Ihrer Familie fragen, um möglicherweise einen Zusammenhang der Symptome mit einer aktuellen, vergangenen oder verschleppten Erkältung herzustellen.

AntiarrhythmikaBehandlung

Antiarrhytmika bezeichnen eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Sie beeinflussen an verschiedenen Stellen auf molekularer Ebene die Erregungsbildung bzw. -leitung im Herzen und werden dementsprechend in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Sie werden auch als Natriumantagonisten (z.B. Lidocain), Betablocker (z.B. Metoprolol), Kaliumantagonisten (z.B. Amiodaron) oder Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil) bezeichnet. Eine ständige Kontrolle der Blutwerte ist bei der Einnahme von Antiarrhythmika besonders wichtig, damit die Behandlung der Herzrhythmusstörungen nicht mit unerwünschten Nebenwirkungen einhergeht. 

AntikoagulanzienBehandlung

Antikoagulanzien sind Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich Blutgerinnsel bilden und z.B. im Gehirn einen Schlaganfall verursachen oder im Herzen einen Infarkt auslösen. Neben dem seit langem verfügbaren Phenprocoumon stehen inzwischen neue orale Antikoagulanzien zur Verfügung, bei denen keine Blutwerte zur Steuerung der Therapie („INR-Wert, Quick“) mehr bestimmt werden müssen. Die schwerste Nebenwirkung der Blutverdünnung, eine Gehirnblutung mit häufig gravierender Einschränkung des Patienten, tritt zudem unter den neuen Medikamenten deutlich seltener auf.

AntikoagulationBehandlung

Beim Vorhofflimmern besteht die Gefahr, dass sich im Vorhof durch die chaotischen Impulse des Herzens kleine Blutklümpchen bilden. Diese sog. Thromben können im schlimmsten Fall über die Gefäße ins Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall auslösen. Wenn Vorhofflimmern nachgewiesen ist, muss eine medikamentöse Blutverdünnung (Antikoagulation) erfolgen, wenn der Patient ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hat. Dieses Risiko kann der Arzt anhand des sog. CHA2DS2-VASc Score bestimmen. Dies ist ein Bewertungsmaßstab, der verschiedene Risikofaktoren gewichtet und so bei der Risikoeinschätzung hilft. Ist der Score größer als 1, muss eine medikamentöse Blutverdünnung erfolgen. ASS („Aspirin“) und andere Medikamente zur Hemmung der Blutplättchen sind in diesem Zusammenhang wirkungslos und sollten nicht eingesetzt werden. Jüngere Patienten, die ein isoliertes Vorhofflimmern aufweisen (sog. „lone atrial fibrillation“) ohne Risikofaktoren, benötigen keine Blutverdünnung.

ARNIBehandlung

Das Kombinationsmedikament ARNI (AT1-Rezeptorblocker mit einem Neprilysin-Hemmer) hemmt den Abbau eines körpereigenen Hormons, das zur Erweiterung der Blutgefäße beiträgt. Besonders bei Patienten, die eine stark eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens aufweisen (EF < 40%) bietet ARNI Vorteile gegenüber einem ACE-Hemmer. Für Patienten, die bisher mit einem solchen ACE-Hemmer oder einem AT1-Rezeptorblocker behandelt wurden und dabei unter Luftnot oder Wasseransammlungen in den Beinen litten, kann ARNI eine bessere Alternative darstellen.

AT1-RezeptorblockerBehandlung

Patienten, die einen ACE-Hemmer nicht vertragen, nehmen stattdessen einen AT1-Rezeptorblocker (auch als Angiotensin-Rezeptorblocker, ARB, bezeichnet). Einige Ärzte verwenden auch primär ARB. AT1-Rezeptorblocker wirken ähnlich wie ACE-Hemmer. Auch diese Behandlung erfolgt unabhängig vom Ausgangsblutdruck, da diese Medikamente das geschwächte Herz entlasten können und damit ein Voranschreiten der Erkrankung verhindern. Im Gegensatz zu den ACE-Hemmern tritt hier kein Reizhusten auf, da der Botenstoff Bradykinin nicht verändert wird.

Atrioventrikular-Block (AV-Block) Erkrankung

Beim sogenannten AV-Block ist die Weiterleitung der elektrischen Impulse über den AV-Knoten gestört, wodurch die Reizübertragung von den Vorhöfen auf die Kammern merklich verzögert oder komplett unterbrochen ist. Damit das Herz trotzdem nicht aufhört zu schlagen, können andere Erregungszentren lokale Impulse erzeugen, die einen Ersatzrhythmus bilden. Das Herz schlägt langsamer.

BallondilatationBehandlung

Die Ballondilatation ist ein Verfahren zur Behandlung von Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose). Hierbei wird die Verengung im Gefäß durch einen winzigen Plastikballon aufgedehnt und die Ablagerung an die Gefäßwand gedrückt. In aller Regel wird heute dabei zusätzlich eine Metallstütze (Stent) in das Gefäß eingesetzt, um es dauerhaft offen zu halten. Da die Gefäßwand durch den Eingriff gereizt ist, kann es sowohl nach einer reinen Ballondilatation als auch nach der zusätzlichen Stentimplantation an der gleichen Stelle wieder zu einer Verengung kommen. Patienten erhalten daher nach einem solchen Eingriff für einige Zeit zusätzlich zum Aspirin noch eine weitere, die Blutgerinnung herabsetzende Substanz namens Clopidogrel.

Belastungs-EKGUntersuchung

Im Belastungs-EKG können die Leistungsfähigkeit sowie mögliche EKG-Veränderungen als Hinweis auf eine Durchblutungsstörung verfolgt werden. Gleichzeitig wird das Blutdruckverhalten unter Anstrengung dokumentiert. Leider ist das Belastungs-EKG auch bei Vorliegen einer bedeutsamen Verengung der Herzkranzgefäße nur in der Hälfte der Fälle „positiv“; um eine Verengung zuverlässig auszuschließen, bedarf es daher weiterer Untersuchungen.

Betablocker Behandlung

Betablocker hemmen die aktivierende Wirkung des Hormons Adrenalin auf sog. Beta-Rezeptoren und senken so die Herzfrequenz und den Blutdruck. Dadurch wird das Herz entlastet. Neben einem ACE-Hemmer stellt ein Betablocker den weiteren Grundstein der medikamentösen Behandlung von Herzinsuffizienz dar. Betablocker verhindern bösartige Rhythmusstörungen des geschwächten Herzens und sorgen damit für ein verlängertes Leben der Patienten.

BradykardieKrankheitsbild

Ein dauerhaft zu langsamer Herzschlag (<60 Schläge/ Minute) wird als Bradykardie bezeichnet.  Verursacht wird die Bradykardie durch eine gestörte Erregungsbildung oder Reizweiterleitung im Herz. Diese kann zum einen ausgehend von einer gestörten Funktion des Sinusknotens oder zum anderen als eine fehlerhafte Überleitung der elektrischen Impulse von dem rechten Vorhof zu den Kammern  entstehen.

BypassBehandlung

Ein Bypass dient der Behandlung von verengten Herzkranzgefäßen. Bei diesem Eingriff werden die bestehenden Gefäßverengungen belassen und eine Umgehung um das verschlossene Gefäß herum konstruiert. Dazu werden körpereigene Venen aus Arm oder Bein in die Hauptschlagader implantiert und hinter der Verengung an die betroffene Herzkranzarterie angeschlossen. Dies führt zu einem neuen Umgehungskreislauf und hebt damit die Wirkung der Verengung auf.

Es besteht das Risiko, dass Patienten auch nach einer Bypass-Operation wieder Durchblutungsstörungen entwickeln, weil sich entweder Verengungen in den Bypassgefäßen selbst entwickelt haben oder aber neue Verengungen hinter dem Ansatz des Bypasses entstanden sind.

Chronische HerzschwächeKrankheitsbild

Die chronische Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt, ist eine Erkrankung, bei der das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körperkreislauf pumpen kann.

Wenn das Herz als Motor des Blutkreislaufs seine Pumpfunktion nur noch unzureichend ausführen kann, staut sich das Blut in den Gefäßen, die zum Herzen führen. Je nachdem, ob die linke oder die rechte Herzkammer betroffen ist, bildet sich ein Blutstau in der Lunge oder im Bauch und den Beinen. Ein Blutstau in der Lunge äußerst sich als Luftnot, ein Blutstau vor dem rechten Herzen als Völlegefühl und Wasser im Bauch.

Eine Herzschwäche ist nicht plötzlich „einfach da“, sie entwickelt sich schleichend. Zu Beginn ist die körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt: das Atmen beim Treppensteigen fällt schwer, lange Spaziergänge bereiten Mühe, die Beine werden schnell müde. Im weiteren Verlauf treten Beschwerden bei immer geringerer Belastung auf, bis der Patient sie schon bei leichtester körperlicher Aktivität oder sogar in Ruhe verspürt.

Unbehandelt schreitet die Herzschwäche immer weiter fort. Zunächst versucht der Körper, die Herzschwäche zu überwinden. Dazu produziert er Stoffe, die das Herz zwar kurzfristig aufpeitschen, aber langfristig schwächen.

Daher ist es wichtig, beim Auftreten von Beschwerden sofort den Arzt aufzusuchen.

Computertomografie (CT)Untersuchung

Die Computertomografie des Herzens („Kardio-CT“) kann eingesetzt werden, um die Herzkranzgefäße ohne Katheter-Untersuchung darzustellen. Ist im Ergebnis eine bedeutsame Verengung  nachweisbar, muss anschließend eine Herzkatheter-Untersuchung erfolgen. Daher wird die Untersuchung vor allem bei Patienten eingesetzt, die ein niedriges oder mittleres Risiko einer Herzkranzgefäßverengung haben und bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ausschlusses groß ist. Zudem kann über eine CT der sogenannte „Kalkscore“ bestimmt werden; dies ist ein Risikofaktor für Herzinfarkte.

DigitalisBehandlung

Digitalis ist ein Medikament zur Behandlung von fortgeschrittener Herzschwäche. Bei Patienten, die trotz Betablocker, ACE-Hemmer und MRA keine Symptomverbesserung erfahren, kann Digitalis in Erwägung gezogen werden. Digitalis steigert die Fähigkeit des Herzens sich zusammenzuziehen und verringert die Herzfrequenz. Insbesondere bei Patienten mit Vorhofflimmern kann sich Digitalis – in Kombination mit einem Betablocker - positiv auf die Herzfrequenz auswirken .

DiuretikumBehandlung

Diuretika dienen der Behandlung von Wassereinlagerungen im Körper bei Herzinsuffizienz. Diese Medikamente kurbeln die Harnproduktion der Nieren an und es kommt zu einem verstärkten Harndrang und Wasserlassen. Auf diese Weise wird das eingelagerte Wasser ausgeschwemmt und so das Herz entlastet. Gerade die Kombination verschiedener Diuretika hat sich als sehr wirksam erwiesen. Sobald das Normalgewicht erreicht ist, kann die Dosis insbesondere der Schleifendiuretika, wie Furosemid oder Torasemid, wieder reduziert werden, sodass bei gleicher Wasseraufnahme das Gewicht stabil bleibt. Wird zu viel Diuretikum verabreicht, kommt es zu Schwindel und einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

EchokardiografieUntersuchung

Die Diagnose einer Herzschwäche erfolgt durch den Facharzt an Hand einer Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie). Mittels Ultraschall wird von außen über die Brustwand die Größe und Funktion der vier Herzkammern, der vier Herzklappen sowie des Blutflusses vom linken Vorhof in die linke Herzkammer bestimmt. Eine Einschränkung der Pumpfunktion der linken Herzkammer entsteht meist in Folge eines Herzinfarktes oder durch dauerhafte Druckbelastung bei Herzklappenerkrankungen und mehrjährigen Bluthochdruck. Eine reine Verdickung der Herzwände mit Rückstau des Blutes in die Lunge und Luftnot ist jedoch ebenso häufig. Diese tritt meist in Folge erhöhter Blutdruckwerte auf. 

EKGUntersuchung

Ein Ruhe-EKG hilft dem Arzt, einen ersten Eindruck über den Herzrhythmus und die Herzfrequenz zu bekommen. Zudem hilft das EKG bei der weiteren Therapieplanung - werden Rhythmusstörungen erkannt, z.B. Vorhofflimmern, muss die Medikation entsprechend angepasst werden.

Elektrische KardioversionBehandlung

Unter einer elektrischen Kardioversion versteht man die gezielte Elektroschock-Abgabe zur Normalisierung von Rhythmusstörungen, in den meisten Fällen wegen chronischen Vorhofflimmerns. Beim Eingriff muss wegen der Schmerzhaftigkeit des Elektroschocks eine Kurznarkose durchgeführt werden. Zusätzlich wird der Patient an einem Monitor überwacht.

Sobald der Patient in Narkose ist, wird der Elektroschock abgegeben. Bei nicht erfolgreicher Kardioversion wird in der Regel ein 2. oder 3. Schock mit maximaler Energie angeschlossen, eventuell auch unter Beigabe spezifischer Medikamente. Danach müssen Atmung und Kreislauf während 1 bis 2 Stunden kontinuierlich überwacht werden, anschließend kann der Patient das Krankenhaus wieder verlassen.

Elektrophysiologische UntersuchungUntersuchung

Finden sich in den Routineuntersuchungen Hinweise auf spezielle Herzrhythmusstörungen, dann kann der Arzt eine Elektrophysiologische Untersuchung (sog. „EPU“) veranlassen. Diese Methode kommt vor allem bei schnellen Herzrhythmusstörungen zum Einsatz. Dabei wird dem Patienten ein Katheter durch die Leistenvene bis in das Herz eingeführt. Während der Untersuchung wird der Ort der Rhythmusstörung aufgesucht. Wenn möglich, beseitigt der Untersucher über den Katheter die Ursprungsorte der Herzrhythmusstörung durch gezielte Verödung.

EndarteriektomieBehandlung

Eine Endarteriektomie kann bei größeren Gefäßen zur Entfernung von Verengungen durchgeführt werden. Dafür wird das betroffene Gefäß freigelegt und längs aufgeschnitten, um anschließend die Ablagerungen im Gefäß auszuschaben. Abschließend wird das Gefäß wieder zugenäht, eventuell wird ein sogenannter Patch, eine Art „Flecken“ aus Kunststoff oder einer körpereigenen Vene, zur Abdeckung der Gefäßwand eingenäht.

Herz-MRTUntersuchung

Bei der relativ neuen Methode der Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens werden mittels Magnetfeldern und Radiowellen dreidimensionale Computerbilder des Herzens erzeugt. Das Herz-MRT (auch als „Kardio-MRT“ bezeichnet) kann bei Verdacht auf Arteriosklerose der zentralen Herzkranzarterien und auch zur Diagnostik bei Herzmuskelentzündungen eingesetzt werden. Beide Erkrankungen können Herzrhythmusstörungen verursachen. 

Herzkatheter-UntersuchungUntersuchung

Bei dieser Untersuchung wird ein sog. Katheter – eine Art Mini-Schlauch – über eine kleine Einstichstelle am Handgelenk oder an der Leiste in ein Blutgefäß eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. Der Arzt kann dann mit einer kleinen Menge von Röntgenkontrastmittel und einer Röntgenröhre die drei Herzkranzgefäße darstellen, die für die Durchblutung des Herzens sorgen. Für weitere spezielle Fragestellungen stehen heute zudem in vielen Katheterlaboren verschiedene Techniken zur zusätzlichen Bildgebung mittels Ultraschall (IVUS), Lichtkatheter (optische Kohärenztomografie, OCT) oder Drucksensoren (fraktionelle Flußreserve, FFR) zur Verfügung. Werden im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung bedeutsame Verengungen (meist  erst > 70% Verengung) nachgewiesen, können diese oft mittels eines Stents behandelt werden. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder zusätzlichen Klappenerkrankungen ist jedoch manchmal auch eine Herzoperation („Bypass“) erforderlich.

HerzmonitorUntersuchung

Manchmal treten langsame oder schnelle Herzrhythmusstörungen nur sehr selten auf, aber dann so ausgeprägt, dass der Patient wiederholt das Bewusstsein verliert. Gelingt es in diesen Fällen nicht, mit Hilfe einfacher Untersuchungsmethoden (z.B. Langzeit-EKG) eine Herzrhythmusstörung nachzuweisen,  dann kann man dem Patienten einen sog. Herzmonitor (auch als „Loop-Rekorder“ oder „Event-Rekorder“ bezeichnet) einsetzen. Das geschieht heute minimal-invasiv durch einen sehr kleinen Hautschnitt im Bereich des linken Brustkorbs. Das implantierte „Mini-EKG“ zeichnet Herzfrequenz und Herzrhythmus kontinuierlich auf. Bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen speichert das Gerät automatisch den entsprechenden EKG-Abschnitt. Zusätzlich hat der Patient die Möglichkeit, bei Symptomen wie Schwindel mittels eines externen Aktivators selbst ein EKG zu speichern. In beiden Fällen überträgt der Herzmonitor das EKG drahtlos zum Arzt. Dieser kann so in kurzer Zeit zu einer Diagnose kommen und den Patienten bei Erfordernis einbestellen.

Herzmuskelentzündung Krankheitsbild

Eine Herzmuskelentzündung, oder Myokarditis, ist definiert als Entzündung des Herzmuskels. Häufig sind neben dem Herzen auch noch andere Organe des menschlichen Körpers von Entzündungen betroffen.

HerzschrittmacherBehandlung

Ein Herzschrittmacher ist ein kleines, nur ca. 25g schweres elektronisches Gerät, zur Therapie eines zu langsamen Herzschlags. Er wird unterhalb des rechten oder linken Schlüsselbeins direkt unter der Haut oder dem Brustmuskel eingesetzt. Durch eine oder zwei Elektroden ist der Herzschrittmacher direkt mit dem Herzen verbunden. So kann er jederzeit die Herzfrequenz (den Puls) kontrollieren. Ist diese zu langsam oder setzt das Herz ganz aus, gibt der Herzschrittmacher kleine elektrische Impulse ab und normalisiert so die Herzaktivität.

Herzunterstützungssysteme - Ventricular Assist Device (VAD)Behandlung

Herzunterstützungssysteme sind von Bedeutung, wenn eine eingeschränkte Pumpfunktion des Herzens nicht mehr für die nötige Blutversorgung des Körpers sorgen kann. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn der Patient in Folge einer ausgeprägten Herzinsuffizienz ohne Unterstützungssystem nicht mehr überleben kann und/ oder ein Spenderherz benötigt. VADs werden direkt an das Herz angeschlossen und übernehmen teilweise dessen Funktion. Am häufigsten werden sie als linksventrikuläre Unterstützungspumpen (LVAD) an die linke Herzkammer angesetzt, denn von dort aus wird das Blut in den großen Körperkreislauf gepumpt – die linke Herzkammer ist also stärker beansprucht.

Die Implantation eines VADs erfolgt immer unter Vollnarkose und dauert mehrere Stunden. Die Ärzte schneiden dort ein Loch in den Herzmuskel, wo später die Unterstützungspumpe eingesetzt wird. Sie besteht aus einem Metallaggregat, einem kleinen Plastikschlauch, der mit der Aorta verbunden wird, und einem Kabel, das zum externen Akku führt. Das kleine Metallaggregat beinhaltet die Pumpe und wirkt dabei wie eine rotierende Turbine, die das Blut in Bewegung hält. Damit sie ohne Unterbrechung arbeitet, muss der Patient ein Kontrollgerät mit Akkus an seinem Bauch tragen, das über ein Kabel mit dem VAD verbunden ist und direkt in den Körper führt. Ein Akku hält zwischen vier und sechs Stunden. Herzunterstützungssysteme müssen regelmäßig nachgesorgt werden.

Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD)Behandlung

Der ICD ist ein kleines Gerät zur Erkennung und Behandlung von schnellen, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammertachykardien, Kammerflimmern), das dem Patienten unter die Haut oder unter den Brustmuskel eingesetzt wird. Der ICD ist etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und verfügt über eine oder zwei Elektroden, die das Gehäuse mit dem Herzen verbinden. Der ICD erkennt gefährliche, zu schnelle Herzrhythmusstörungen und beendet sie durch elektrische Stimulation (sog. antitachykardes Pacing) oder einen „Schock“ (Defibrillation).

Ebenso wie ein Herzschrittmacher verbleibt der Defibrillator im Körper. Die Batterielaufzeit beträgt je nach Funktion und Abgabe von Schocks bis zu zehn Jahren. Mindestens einmal im Jahr sollte eine persönliche Nachsorge beim Arzt erfolgen. Die übrigen vierteljährlich vorgeschriebenen Kontrollen können auch telemedizinisch erfolgen.

IvabradinBehandlung

Ivabradin hemmt gezielt bestimmte Kanäle direkt im Sinusknoten und führt so zu einer Senkung der Herzfrequenz bei allen Patienten mit regelmäßigem Herzrhythmus. Ivabradin wirkt nicht bei Patienten mit Vorhoflimmern. 

KammerflimmernErkrankung

Kammerflimmern entsteht, wenn – zum Beispiel durch Vernarbungen nach einem Herzinfarkt - geschädigte Herzmuskelzellen unerwünschte elektrische Impulse generieren. Da das Herz in der Folge dieser unkoordinierten Erregung nur noch mit hoher Frequenz zuckt, wird auch kein Blut mehr in den Kreislauf gepumpt. Obwohl elektrisch noch sehr aktiv, bleibt das Herz praktisch stehen. Der Betroffene wird nach wenigen Sekunden bewusstlos. Man nennt diesen lebensbedrohlichen Zustand auch „plötzlichen Herztod“. Weil wichtige Organe sowie das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden, sind schwere körperliche Schäden oder sogar der Tod des Patienten zu erwarten. Im Falle eines überlebten Herztodes durch erfolgreiche Reanimation muss ebenfalls intensiv nach Ursachen geforscht (Herzkatheter, Echo, ggf. Kardio-MRT) und ein ICD implantiert werden.  

KammertachykardieErkrankung

Eine Kammertachykardie ist eine Herzrhythmusstörung, bei der der Herzschlag ausgehend von den Kammern beschleunigt ist. Durch die gestörte Erregungsleitung entstehen in den Herzmuskelzellen unerwünschte elektrische Impulse, die in den Kammern kreisen. Das Herz schlägt dann zwischen 100 und 250 Mal pro Minute, also deutlich beschleunigt. Eine Kammertachykardie mit sehr hoher Frequenz wird manchmal auch als Kammerflattern bezeichnet. Ursachen für Kammertachykardien sind u.a. die koronare Herzkrankheit, eine Herzmuskelentzündung, Herzklappenfehler oder ein akuter Herzinfarkt. Eine Kammertachykardie ist ein schwerwiegendes Ereignis, das häufig zu einem plötzlichen Herztod führt. Dementsprechend müssen die Ursachen intensiv abgeklärt und behandelt werden. Als Behandlung kommen neben Medikamenten (z.B. Amiodaron) die Katheterablation sowie der ICD in Frage.

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT)Behandlung

Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie, kurz CRT-Systeme, dienen der Behandlung von schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Bei vielen Patienten mit einer ausgeprägten Herzschwäche arbeiten die beiden Kammern nicht mehr ideal aufeinander abgestimmt. Dadurch kann das Herz  nur erheblich weniger Blut in den Kreislauf pumpen. Ziel der CRT ist es deshalb, die Kontraktion der Herzkammern wieder aufeinander anzupassen, zu resynchronisieren.

Kardio-MRTUntersuchung

Das Kardio-MRT (auch als „Herz-MRT“ bezeichnet) wird eingesetzt, um die Pumpfunktion (sog. Ejektionsfraktion, abgekürzt EF) des Herzens genau zu bestimmen. Insbesondere bei Patienten mit einem nicht eindeutigen Befund beim Herz-Echo kann das Herz-MRT helfen, die Diagnose sicher zu stellen. Zudem können verschiedene Erkrankungen des Herzmuskelgewebes, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung, sowie seltene Bindegewebserkrankungen eindeutig diagnostiziert werden.

Körperliche UntersuchungUntersuchung

Um sich einen ersten Eindruck von Ihrem körperlichen Zustand zu verschaffen, wird Ihr Arzt Sie zunächst körperlich untersuchen; entscheidende Hinweise liefern die Messung des Blutdrucks sowie die Untersuchung der Knöchel und Unterschenkel vor dem Schienbein im Hinblick auf Wassereinlagerungen („Ödemen“).

Korrektur einer undichten MitralklappeBehandlung

Durch die Erweiterung der linken Herzkammer wird die Herzklappe zwischen Vorhof und Herzkammer („Mitralklappe“) häufig undicht; dadurch wird Blut statt in den Körper zurück in den Lungenkreislauf gepumpt. Neue Beobachtungen zeigen, dass schon die Korrektur einer mittelgradigen Undichtigkeit z. B. durch das Katheterverfahren des „MitraClip“ bei vielen Patienten eine deutliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Patienten bewirkt. Besonders bei jüngeren Patienten sowie bei fortgeschrittener Undichtigkeit der Klappe kommt hingegen die Herzoperation mit Rekonstruktion der Klappe zum Einsatz. 

Korrektur einer verengten oder undichten Aortenklappe: Behandlung

Die Einschätzung einer Verengung der Herzklappe zwischen linker Herzkammer und Körperkreislauf ist bei Herzinsuffizienz häufig schwierig. Grundsätzlich können Verengungen dieser Klappe zu einer Herzschwäche und Luftnot führen; ein Klappenersatz durch einen Kathetereingriff (TAVI) oder eine Operation führt häufig zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit. 

LaboruntersuchungenUntersuchung

Um die Ursachen der Herzschwäche weiter einzugrenzen und die Behandlung bestmöglich an den Patienten anzupassen, werden einige Blutwerte erhoben. So kann z.B. über die Bestimmung der Schilddrüsenwerte festgestellt werden, ob eine Fehlfunktion der Schilddrüse die Herzschwäche hervorgerufen hat. Wird eine Anämie, also ein Eisenmangel vermutet, kann ein Blutbild sinnvoll sein. Zusätzlich hilft die Bestimmung von Elektrolyten wie Natrium, Kalium und Calcium dabei, die Medikamente besser auf den Patienten einzustellen. In unklaren Fällen oder zur Verlaufsbeurteilung kann zudem die Bestimmung eines Biomarkers aus einer Blutabnahme, des BNP (brain natriuretic peptide) oder NT-proBNP (N-terminales proBNP), Klarheit schaffen. Sollte die Pumpleistung herabgesetzt sein und ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen (Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, Nikotinkonsum) muss meist mittels einer Herzkatheter-Untersuchung geklärt werden, ob eine Durchblutungsstörung des Herzens vorliegt. Ist dies ausgeschlossen, kommen weiterführende Diagnostikverfahren zum Einsatz.

Langzeit-EKGUntersuchung

Bei vielen Patienten treten Herzrhythmusstörungen nur temporär auf. Deshalb gehört zur Diagnostik in aller Regel auch ein Langzeit-EKG. Hier zeichnet ein kleiner Rekorder mit Klebeelektroden auf dem Brustkorb den Herzschlag über mindestens 24 Stunden bis zu 7 Tagen auf. Der Patient kann und soll sich in dieser Zeit frei bewegen. Damit erhält der Arzt Kenntnis über Herzfrequenz und Herzrhythmus im normalen Tages-/Nacht-Verlauf und kann so auch nur zeitweise auftretende Herzrhythmusstörungen diagnostizieren.

Medikamentöse KardioversionBehandlung

Die medikamentöse Kardioversion kommt bei tachykarden Herzrhythmusstörungen – also bei zu schnellem Herzschlag -  zum Einsatz und zielt darauf ab, den regelmäßigen Herzrhythmus, den sogenannten Sinusrhythmus, wieder herzustellen. Dazu bekommt der Patient Antiarrhytmika verabreicht. Die medikamentöse Kardioversion kann ambulant unter Überwachung des Herzrhythmus erfolgen, da es beim „Umspringen“ in den Sinusrhythmus auch zu einer Verlangsamung des Herzschlages kommen kann (Bradykardie).

MR-AntagonistBehandlung

Bei Patienten, die trotz optimaler Einstellung mit ACE-Hemmer und Betablocker keine Symptomverbesserung erfahren, kann ein Aldosteron-Antagonist (auch als MR-Antagonist oder Mineralkortikoid-Rezeptorantagonist bezeichnet)  den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Aldosteron-Antagonisten hemmen die Wirkung des Hormons Aldosteron, Wasser in der Niere zurückzuhalten. Sie beeinflussen zusätzlich positiv die Vernarbung des Herzens nach einem Herzinfarkt. 

MyokardbiopsieUntersuchung

Ist die Pumpfunktion des Herzens in der Echokardiographie schlecht, hat die Myokarditis also bereits zu einer relevanten Herzschädigung geführt, sollte in einem spezialisierten  Zentrum eine Biopsie aus dem Herzmuskel erfolgen. Mittels einer sog. Biopsiezange werden dabei während einer Herzkatheteruntersuchung aus der rechten oder linken Herzkammer Muskelproben entnommen. So lassen sich  genaue Informationen über die Virusinfektion und die Schädigung des Herzmuskels durch die körpereigene Abwehr erhalten.

Myokardszintigrafie (SPECT)Untersuchung

Diese Untersuchung erfolgt ebenfalls von außen mit einer Spezialkamera. Der Patient erhält ein sehr kurz aktives Radionuklid, welches sich im Herzmuskel konzentriert. Durch Vergleich von Herzaufnahmen unter Belastung mit denen in Ruhe kann eine Durchblutungsstörung nachgewiesen werden. Dieser Gefäßbereich kann dann gezielt mittels einer Herzkatheter-Untersuchung diagnostiziert und behandelt werden.

Orale AntikoagulanzienBehandlung

Als orale Antikoagulantien (OAK) werden Medikamente zur Blutverdünnung bezeichnet. In der Fachsprache sind es sogenannte Thrombozytenfunktionshemmer oder Vitamin-K-Antagonisten. Sie verhindern die Koagulation des Blutes und in der Folge die Bildung von Blutgerinnseln. Da solche Blutgerinnsel in Herz und Hirn lebensbedrohliche Verstopfungen verursachen können, dienen orale Antikoagulantien in der Kardiologie zur bevorzugten Behandlung und Vorsorge bei Schlaganfall, Herzinfarkt und Vorhofflimmern.

Leider verstärken die Medikamente dadurch jedoch auch das allgemeine Blutungsrisiko und können zu Nasen- oder Zahnfleischbluten, im schlimmsten Fall sogar zu inneren Blutungen oder Hirnblutungen führen. Eine regelmäßige Kontrolle der Blut-Gerinnungswerte (Quick; INR) ist dabei besonders wichtig.

Seit kurzem sind auch Wirkstoffe verfügbar, die ein deutlich geringeres Risiko für Gehirnblutungen beinhalten. Hinter diesen neuen oralen Antikoagulantien, kurz NOAK, verbergen sich  Wirkstoffe wie Apixaban, Dabigatran oder Rivaroxaban.

Plötzlicher HerztodErkrankung

Als plötzlicher Herztod wird das Versterben aufgrund schwerer Herzrhythmusstörungen, etwa Kammerflimmern, bezeichnet. Hierbei tritt meistens unerwartet und innerhalb kurzer Zeit (eine Stunde nach Beginn der Symptome) der Tod ein.

Selbstauflösende Stents Behandlung

Selbstauflösende Stents – auch als „Scaffolds“ bezeichnet - der neuesten Generation bestehen aus einem im menschlichen Körper vorkommenden Material – z.B. Magnesium oder Milchsäure -, das mit der Zeit vollständig von der Gefäßwand aufgenommen („resorbiert“) wird. Sie stützen die Gefäßwand wie herkömmliche, nicht-resorbierbare Stents und lösen sich erst nach einer Weile auf. Dadurch wird das Risiko von direkten Ablagerungen am Stent reduziert und einer Restenose vorgebeugt.

Sick-Sinus-SyndromErkrankung

Das sogenannte Sick-Sinus-Syndrom („Syndrom des kranken Sinusknotens“) liegt bei einer Störung der Funktion des Sinusknotens vor. Der Sinusknoten als natürlicher Taktgeber des Herzens leitet die elektrischen Impulse dann nur unregelmäßig oder verzögert weiter. Deshalb ist das Herz besonders unter Belastung nicht mehr in der Lage, den Herzschlag an die Bedürfnisse des Körpers anzupassen.

SinusbradykardieErkrankung

Eine regelmäßige Herzfrequenz, die jedoch dauerhaft auf unter 60 Schläge pro Minute herunter gesetzt ist, nennt man Sinusbradykardie. Dabei schlägt das Herz ruhig und regelmäßig. Ursache ist eine gestörte Funktion des Sinusknotens. Eine Sinusbradykardie kann auch bei gesunden Menschen auftreten, insbesondere bei gut trainierten Sportlern, deren Herz sich an die sportliche Belastung angepasst hat und trotz der reduzierten Schlagzahl noch eine ausreichende Pumpleistung erbringt.

StammzelltherapieBehandlung

Die Therapie mit Zellen zielt darauf ab, die körpereigene Regeneration des Herzmuskels zu unterstützen und die Bildung von neuen Blutgefäßen sowie Herzmuskelzellen anzuregen. Sie ist aktuell nur im Rahmen von Studien verfügbar.

StentimplantationBehandlung

Ein Stent ist ein kleines röhrenförmiges Metallgerüst, das das Gefäß von innen stützt. Er kommt bei Gefäßverengungen (Arteriosklerose) zum Einsatz und wird im Zuge einer Katheteruntersuchung über eine Arm- oder Beinvene zu den verengten Stellen vorgeschoben und dort entfaltet. Der Stent sitzt dabei auf einem Ballonkatheter und wird praktisch an die innere Gefäßwand gedrückt, sobald der Ballon aufgeblasen wird. Er wächst dann in das Gefäß ein und verhindert, dass sich schnell wieder Ablagerungen an dieser Stelle ansammeln (Restenose). Neben den klassischen Metallstents werden häufig auch Medikament-beschichtete Stents in die Herzkrankgefäße eingesetzt. Sie geben ein Medikament an die Gefäßwand ab, das eine Restenose zusätzlich verhindert. Inzwischen stehen auch Stents der neuesten Generation zur Verfügung, die das Gefäß nur über einen bestimmten Zeitraum stützen und sich danach auflösen („selbstauflösende Stents“).

System zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT-System)Medizintechnologie

Systeme zur kardialen Resynchronisationstherapie, kurz CRT-Systeme, dienen der Behandlung von schwerer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Da bei einer ausgeprägten Herzschwäche die beiden Kammern nicht mehr aufeinander abgestimmt arbeiten, schlägt das Herz unregelmäßig und kann erheblich weniger Blut in den Kreislauf pumpen. Ziel der CRT ist es deshalb, die Kontraktion der Herzkammern wieder aufeinander anzupassen, zu resynchronisieren.

TachykardieKrankheitsbild

Ist der Herzschlag kontinuierlich zu schnell (>100 Schläge pro Minute), liegt eine Tachykardie – umgangssprachlich auch Herzrasen - vor. In der Folge wird das Blut nicht vollständig in den Körperkreislauf gepumpt. Tachykarde Herzrhythmusstörungen treten auf, wenn die Erregungsleitung im Herzen gestört ist. Sie können von den Vorhöfen (Vorhoftachykardie) oder den Kammern (Kammertachykardie) ausgehen.

TelemedizinMedizintechnologie

Die Telemedizin (bei Patienten mit Herzimplantat auch als Telekardiologie bezeichnet) ist eine sichere und zuverlässige Versorgungsform für Patienten mit Herzschrittmacher, Herzmonitor sowie ICD- oder CRT-System. Sie ermöglicht es dem Arzt, das Herz des Patienten auch zwischen den Arztbesuchen fortlaufend im Blick zu haben. Daraus ergeben sich für den Patienten zahlreiche Vorteile: Die Herzaktivität wird durchgehend überwacht, ohne dass der Patient dies bemerkt. Arztbesuche finden dann statt, wenn wirklich der Bedarf für eine Arztkonsultation besteht. Somit können unnötige Fahrwege und -zeiten erspart werden.

VorhofflatternErkrankung

Vorhofflattern entsteht häufig durch eine kreisende Erregung im rechten Herzvorhof,  was zu Vorhoffrequenzen über 200 Schläge pro Minute führen kann. Im Gegensatz zum Vorhofflimmern weist das Vorhofflattern im EKG in den meisten Fällen geordnete Zacken mit wiederkehrenden Mustern auf und betrifft häufig Patienten zwischen 50 und 70 Jahren. Die hohe Schlagrate im Vorhof wird nur verzögert in die Kammer weitergeleitet, weshalb die messbare Herzfrequenz oft bei 120 bis 170 Schlägen pro Minute liegt. Vorhofflattern kann dauerhaft durch einen kleineren Kathetereingriff im Bereich der sogenannten „Trikuspidalklappe“ mittels Ablation geheilt werden. 

VorhofflimmerablationBehandlung

Die Funktion der Vorhofkontraktion ist bei einer Herzschwäche gut mit der „Turbo“-Funktion eines Automotors zu vergleichen: Fällt diese Vorlast weg, reduziert sich die Leistung der linken Herzkammer um bis zu 30%. Die Wiederherstellung des Sinusrhythmus kann daher zu einer Leistungssteigerung führen. Diese wird primär medikamentös versucht; häufig kommt es jedoch zu Rückfällen. Besteht eine berechtigte Chance den Sinusrhythmus zu erhalten, ist eine kathetergestützte Pulmonalevenenisolation („Vorhofflimmerablation“) vielversprechend.

VorhofflimmernKrankheitsbild

Vorhofflimmern ist eine Erkrankung des Alters und betrifft 1,5 - 2% der Bevölkerung in Westeuropa. Sie zählt zu den Vorhoftachykardien. Dabei wird die Funktion des Sinusknotens - als natürlicher Taktgeber – durch andere Taktgeber aus dem linken Vorhof gestört. Die elektrischen Impulse verlaufen in kreisenden Erregungen, spontan und unregelmäßig. Der Herzschlag ist ausgehend von den Vorhöfen unregelmäßig und meist beschleunigt. Der Vorhof pumpt kein Blut mehr; die Blutturbulenzen und der verlangsamte Blutfluss führen zur Bildung von Blutgerinnseln („Thromben“) insbesondere im linken Vorhofohr. Während Vorhofflimmern als Rhythmusstörung zwar häufig unangenehm ist, aber keine schwerwiegenden Folgen hat, können die Blutgerinnsel aus dem Vorhof Schlaganfälle mit schwerer körperlicher Einschränkung verursachen. 

VorhofohrverschlussBehandlung

Der Verschluss des sogenannten Vorhofohres ist ein Behandlungsverfahren bei Vorhofflimmern und dient der Prophylaxe von Schlaganfällen. Aufgrund der Aussackung des Herzens in diesem Bereich kann sich das Blut anstauen und koagulieren (gerinnen), worauf sich Blutgerinnsel (Thromben) bilden und in die Blutbahn gelangen können. Der Vorhofohrverschluss soll das damit verbundene Risiko für einen Schlaganfall senken. Hierfür wird das Vorhofohr im linken Vorhof des Herzens mit einem kleinen Schirmchen, dem Okkluder, verschlossen. Das Schirrmchen wird über einen Herzkatheter in den Vorhof geschoben und dort entfaltet. Es verhindert ebenso gut Schlaganfälle wie eine orale Antikoagulationstherapie, birgt dabei aber deutlich weniger Nebenwirkungen.

Wiederherstellung der Durchblutung Behandlung

Zu Beginn der Therapie einer Herzschwäche steht die Überprüfung der Durchblutung mittels einer Herzkatheter-Untersuchung.  Diese Untersuchung muss auch wiederholt werden, wenn sich die Herzfunktion bei bekannter Herzschwäche weiter verschlechtert oder neue Beschwerden auftreten. Sollte eine Engstelle oder ein Gefäßverschluss vorliegen, kann dieser meist mittels einer kleinen Gefäßstütze („Stent“) behoben werden. Ist die Erkrankung sehr weit fortgeschritten und alle drei Herzkranzgefäße betroffen, kann eine Bypass-Operation notwendig sein. Diese ist insbesondere bei Patienten mit einer Zuckererkrankung (Diabetes) zu empfehlen. Alternativ zu einem Stent kann heutzutage ein resorbierbares Gefäßgerüst („Scaffold“) sowie ein Spezialballon mit Beschichtung („drug-coated Ballon, DCB“) zum Einsatz kommen.