Herzmuskelentzündung Myokarditis

Eine Herzmuskelentzündung, oder Myokarditis, ist definiert als Entzündung des Herzmuskels. Häufig sind neben dem Herzen auch noch andere Organe des menschlichen Körpers von Entzündungen betroffen. 

Ursachen

Viele verschiedene Ursachen können zu einer Herzmuskelentzündung führen. Man unterscheidet einerseits infektiöse Ursachen, also Viren oder Bakterien, die für die Myokarditis verantwortlich sind. Eine Infektion des Herzmuskels durch Viren ist der häufigste Grund für eine Myokarditis. Daneben gibt es auch toxische Ursachen, also Vergiftungserscheinungen (z.B. Alkohol), oder Autoimmunerkrankungen, die zu einer Myokarditis führen können.

In den folgenden Betrachtungen soll es ausschließlich um die virale Herzmuskelentzündung gehen, da sie am häufigsten ist und nur so eine klare didaktische Diskussion des Krankheitsbildes ermöglicht. Auf alle weiteren Ursachen einzugehen, würde die Übersichtlichkeit des Artikels gefährden.

Pathophysiologie - schädigende Prozesse am Herzen:  Zwei Prozesse der Schädigung des Herzmuskels sind zu unterscheiden. Einerseits die direkte Zerstörung von Herzmuskelzellen durch die Viren/Vermehrung der Viren. Anderseits die Schädigung des Herzmuskelgewebes durch die induzierte körpereigene Abwehr.  Die körpereigene Abwehr, das bezeichnet eigentlich der Begriff Entzündung, bestehend aus Entzündungszellen und Antikörpern, versucht die Viren im Herzen abzutöten. Gelingt das vollständig, kann sich das Herz wieder komplett erholen. Können die Viren nicht komplett beseitigt werden und entstehen im Herzen durch die Entzündung Narben, dann bleibt die Schädigung und der Verlust von Pumpkraft des Herzens irreversibel. Dabei sind folgende Faktoren wichtig: 1. die Aggressivität des verantwortlichen Virenstammes, 2. die individuelle genetische Fähigkeit des Menschen, diese Virusart zu bekämpfen und 3. die momentane prinzipielle Leistungsfähigkeit des Immunsystems.

Beschwerden

Die Schädigung des Herzmuskels kann sehr individuell verlaufen und ist nicht vorhersagbar. Aus diesem Grund reichen die klinischen Verläufe von sehr schweren lebensbedrohlichen Erkrankungen hin bis zu harmlosen Verläufen, die gar nicht als Herzmuskelentzündung wahrgenommen werden. Immerhin heilen 70% aller viralen Herzmuskelentzündungen ohne Spätfolgen für den Patienten aus.

Folgende Symptome können eine begleitende Herzmuskelentzündung ankündigen, wenn sie während oder nach einem grippalen Infekt auftreten:

  • Herzschmerzen (Druck, stechende oder krampfartige Beschwerden), zusammengefasst unter dem Begriff der Angina pectoris
  • Herzstolpern, das klinische Zeichen für Herzrhythmusstörungen, verursacht durch die Myokarditis
  • Luftnot bei Belastung, körperliche Schwäche, Abnahme der Leistungsfähigkeit als Ausdruck einer Herzinsuffizienz (siehe da), verursacht durch eine Minderung der Pumpkraft des Herzens infolge der Entzündung.

Prävention

Während eines grippalen Infektes sind sportliche Belastungen zu vermeiden. Weiterhin sollte bei schweren Erkältungskrankheiten körperliche Schonung eingehalten werden. Ein „Verschleppen“ des grippalen Infektes sollte unbedingt vermeiden werden.

Diagnose

Die Diagnose einer Herzmuskelentzündung ist nicht immer einfach, da die Beschwerden nicht spezifisch sind. Dennoch gibt es einige Untersuchungen, die bei jedem Patienten mit Herzbeschwerden durchgeführt werden. Diese Basis-Untersuchungen geben oftmals schon Hinweise auf die Erkrankung.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Untersuchungen, die dem Arzt helfen, im Rahmen einer erweiterten Diagnostik die Ursache und den Schweregrad der Erkrankung zu verstehen.

Bei speziellen Fragestellungen kann der Arzt weitere Untersuchungen anordnen.