Koronare Herzkrankheit KHK

Die koronare Herzkrankheit (abgekürzt: KHK) betrifft die für die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels verantwortlichen Herzkranzgefäße. Über arteriosklerotische Ablagerungen in der Gefäßwand kommt es zu einer Verengung oder gar zu einem Verschluss eines der drei Gefäße - was wiederum einen Herzinfarkt zur Folge haben kann. Neben einer verminderten Pumpleistung des Herzens erhöht die KHK auch das Risiko schwerwiegender Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand oder lebensbedrohlich schnellem Herzschlag.

Beschwerden

Typische Beschwerden vor dem ersten Herzinfarkt treten nur bei ca. 50% der Patienten auf; zu diesen gehört ein belastungsabhängiger Druck über der Brust mit Ausstrahlung in den linken Arm und/oder Luftnot unter Belastung. Aber auch Schmerzen im Oberbauchbereich oder Übelkeit können bei Risikopatienten Anzeichen einer Durchblutungsstörung des Herzens sein.

Patienten ohne diese Beschwerden sind aber leider nicht vor einer KHK gefeit; ca. 25% aller Patienten bemerken die Erkrankung erst durch eine schwerwiegende Rhythmusstörung ("plötzlicher Herztod") oder direkt einen Herzinfarkt mit starken Ruheschmerzen. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen bei Risikopatienten sehr wichtig.

Ursachen

In den letzten 20 Jahren wurden die Ursachen der Ablagerungen in den Gefäßwänden, die eine KHK zur Folge haben, intensiv untersucht. Zunächst ist die KHK eine Erkrankung des Alters; das Risiko steigt bei Männern ab 55 Jahren oder bei Frauen ab 60 Jahren. Männer haben zudem generell ein höheres Risiko für die koronare Herzkrankheit als Frauen.

Neben diesen nicht beeinflussbaren Risiken sind vier weitere Faktoren entscheidend:

  •  erhöhte LDL Cholesterin-Werte im Blut (> 115mg/dl)
  •  Diabetes mellitus ("Zuckerkrankheit")
  •  Bluthochdruck (Blutdruck > 140/90mmHg)
  •  Rauchen (Ex-Raucher haben bis zu 7 Jahre nach dem Verzicht noch ein erhöhtes Risiko; auch Passivraucher sind gefährdet)
     
Abbildung 1
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Diese Faktoren führen zur punktuellen Bildung von Ablagerungen in der Gefäßwand ("Plaques"), die dann eine Verengung oder sogar einen Verschluss des Gefäßes verursachen (Abb. 1,2). Ein Verschluss entsteht häufig durch das plötzliche "Aufbrechen" eines Plaques in der Gefäßwand; Blutplättchen versuchen dann durch Bildung von Gerinnseln den Defekt in der Gefäßwand zu stopfen - leider mit der Gefahr eines Gefäßverschlusses.

Abbildung 2
Abbildung 2



Durch entsprechende Verhaltensmaßnahmen wird die KHK auch bei fortschreitendem Alter vermeidbar. Hierzu zählen der Verzicht auf Nikotin, eine gesunde Ernährung sowie das Vermeiden von Übergewicht. Unter Umständen kann – insbesondere bei Risikopatienten – auch eine medikamentöse Kontrolle des durch Diät kaum beeinflussbaren LDL Cholesterin, des Blutdrucks sowie eines möglichen Diabetes notwendig sein.