Vorhofflimmern Herzrhythmusstörungen

Etwa 1,8 Millionen Deutsche leiden laut Deutscher Herzstiftung an Vorhofflimmern –Tendenz steigend [1]. Vorhofflimmern gilt daher als „Volkskrankheit“. Häufig verläuft Vorhofflimmern ohne spürbare Symptome (asymptomatisches Vorhofflimmern) und bleibt deswegen lange unerkannt, etwa 70% der Episoden verlaufen sogar völlig symptomfrei [2]. Viele Patienten merken gar nicht, dass sie an Vorhofflimmern leiden und erleben als erstes einen unerwarteten Schlaganfall. Bei Nachweis von Vorhofflimmern kann dieser durch den rechtzeitigen Beginn einer medikamentösen Blutverdünnung mittels Phenprocoumon (Marcumar) oder den neu verfügbaren neuen oralen Antikoagulanzien (sog. NOAC) wirksam verhindert werden.
 

 

Das Vorhofflimmern ist eine fortschreitende Erkrankung, die häufig in 4 Stufen verläuft:

Anfallsartiges (paroxysmales) Vorhofflimmern: Plötzlich auftretendes Vorhofflimmern, das innerhalb von 48 Stunden ohne Behandlung verschwindet. In diesem Stadium lässt sich das Vorhofflimmern sehr gut durch eine Katheterbehandlung („Pulmonalvenenisolation“) bei über 70% aller Patienten heilen; die Behandlung ist indiziert wenn der Patient trotz Medikamenten wiederholt Vorhofflimmer-Episoden erleidet und diese als störend empfindet („symptomatisches Vorhofflimmern“).

Anhaltendes (persistierendes) Vorhofflimmern: Länger als 7 Tage anhaltendes Vorhofflimmern oder Vorhofflimmern,  das durch eine medikamentöse Behandlung oder Kardioversion beendet wird. Diese Form des Vorhofflimmerns merkt der Patient häufig nicht; im Vordergrund stehen die medikamentöse Bremsung der Herzfrequenz mit Betablockern sowie die Blutverdünnung zur Schlaganfallprophylaxe. Auch in diesem Stadium kann in bestimmten Fällen mittels Katheterablation die Erkrankung geheilt werden.

Lang anhaltendes, persistierendes Vorhofflimmern: Vorhofflimmern, das länger als 1 Jahr besteht. In diesem Stadium ist es sehr schwierig, wieder einen regelmäßigen Herzrhythmus („Sinusrhythmus“) herzustellen.

Dauerhaftes (permanentes) Vorhofflimmern: Es ist eine ärztliche Entscheidung getroffen worden, dass das Vorhofflimmern nicht mehr in einen Sinusrhythmus überführt werden soll. Die Behandlung beschränkt sich auf die Kontrolle der Herzfrequenz sowie die Blutverdünnung zur Vermeidung von Schlaganfällen.

[1] Quelle: Deutsche Herzstiftung
[2] Quelle: Kompetenznetz Vorhofflimmern

Mögliche Beschwerden

  • (plötzliches) Schwächegefühl oder Übermüdung
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel oder Bewusstlosigkeit
  • Luftnot
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Innere Unruhe oder Angstgefühle
  • Engegefühl in der Brust oder Brustschmerz

Ursachen

Die Ursachen von Vorhofflimmern sind sehr vielfältig, so können z.B. Entzündungen des Herzmuskels oder Herzklappenerkrankungen diese Herzrhythmusstörung auslösen. Als weitere Risikofaktoren gelten Bluthochdruck, übermäßiger Alkoholkonsum oder auch eine Überfunktion der Schilddrüse. In einigen Fällen tritt diese Herzrhythmusstörung ohne erkennbare Ursache auf.

Diagnose-Tool

Besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine genaue Diagnose und eine individuell abgestimmte Therapie wichtig, um einen optimalen Behandlungserfolg zu erreichen.

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