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29.3.2019

DITG startet telemedizinische Studie für Menschen mit chronischer Nieren- und Herzinsuffizienz

Das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) startet ab April 2019 erstmalig ein telemedizinisches Versorgungsprogramm für Menschen mit chronischer Nieren- und Herzinsuffizienz. Das innovative Versorgungsprogramm mit dem Namen CardioRenoMax kombiniert eine telemedizinische Lebensstil-Intervention durch Fachpersonal mit einer E-Health basierten Vernetzung von Ärzten, Patienten und Gesundheitscoaches. CardioRenoMax wird im Rahmen einer Studie wissenschaftlich durch Prof. Dr. Thorsten Feldkamp und PD Dr. Mark Lüdde vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein begleitet, um die medizinischen und gesundheitsökonomischen Vorteile einer Kombination von eHealth und Tele-Coaching gegenüber einer Versorgung ohne Tele-Coaching aufzuzeigen, d.h., im Selbstmanagement und ohne persönliche Betreuung im Alltag durch einen professionellen Gesundheitscoach.

Umfangreiches Coaching für Patienten durch DITG

Für die Studie stattet das DITG 200 Patienten mit telemedizinischen Geräten und einem Smartphone aus, die mit dem Webportal „TeLiPro“ des DITG verknüpft sind. Die Hälfte der Patienten erhält zusätzlich ein persönliches telefonisches Gesundheitscoaching durch das DITG. Dabei werden die Patienten zu den Themen Krankheitsaufklärung, Ernährung und Flüssigkeitsmanagement, Medikationsadhärenz, körperliche Aktivität sowie Motivation und soziale Unterstützung beraten. Das Versorgungsprogramm ist in Bezug auf Breite und Tiefe des Angebots einzigartig und startet in der Form zum ersten Mal im deutschen Gesundheitsmarkt.

Der Umgang mit kardiorenalen Erkrankungen stellt Patienten, Ärzte sowie Krankenkassen vor große Herausforderungen, daher sind telemedizinische Interventionen zukunftsweisend in der Versorgung. Den Programmerfolg konnte das DITG in der Vergangenheit bereits für Patienten mit Diabetes nachweisen. Nun erwartet das DITG durch das kardiorenale Programm einen Rückgang von ungeplanten Krankenhausaufenthalten, eine Verzögerung des Erkrankungsfortschritts, einen nachhaltig verbesserten Umgang mit der Erkrankung sowie eine Steigerung der Lebensqualität von Patienten. Ziel ist es, die Wirksamkeit der telemedizinischen Versorgung nachzuweisen, um langfristig die Routineversorgung für Patienten mit chronischer Nieren- und Herzinsuffizienz zu verbessern. Mehr zum Projekt hier.