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14.01.2020

Fragen zur ePatientenakte

Mobiles Gesundheitsbuch: Die elektronische Patientenakte gilt als das Herzstück der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens und soll 2021 Menschen ein Leben lang begleiten. 

Was verbirgt sich hinter der elektronischen Patientenakte, auch ePA genannt?

Damit können Patienten in Zukunft Dokumente über ihre Gesundheit am eigenen Handy oder Tablet einsehen und verwalten. Medikationspläne und Röntgenbilder fließen ebenso ein wie Laborbefunde oder Notfalldaten. Auch Schmerztagebücher oder Infos aus Fitnesstrackern können Patienten einstellen – für sich und den Arzt. "Alle Dokumente sind verschlüsselt und werden sicher im ePA-Aktensystem abgelegt", sagt Charly Bunar, ePA-Produktmanager bei der Entwicklungsgesellschaft Gematik in Berlin.

Was bringt die persönliche Medizindatenbank?

"Die ePA erleichtert den Austausch der Dokumente zwischen verschiedenen Ärzten, Apothekern, Kliniken und dem Patienten", sagt Dr. Philipp Stachwitz, Arzt und Digital-Experte am Health Innovation Hub des Bundesgesundheitsministeriums. "So können Mediziner zum Beispiel besser erkennen, welche Behandlungen schon erfolgt sind, und Doppeluntersuchungen vermeiden." Bislang speichern oder lagern Ärzte medizinische Dokumente in der Praxis oder Klinik. Der Austausch mit anderen Heilberuflern ist oft lückenhaft.

Wann kommt die ePA?

In einem Jahr, also ab dem 1. Januar 2021, soll die Patientenakte allen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland zur Verfügung stehen. Das hat der Bundestag im Rahmen des Terminservice- und Versorgungsgesetzes beschlossen. Wie Interessierte an ihre ePA kommen, lesen Sie rechts.

Muss man eine Akte haben?

Nein. Jeder kann selbst entscheiden, ob er eine möchte.

Welche Alternativen gibt es?

Patienten können ihre Röntgenbilder oder Laborwerte auch weiter selbst mit zum nächsten Arzt nehmen. Man braucht übrigens keine ePA, um Notfalldaten und Medikationsplan auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Krankenkasse speichern zu lassen. Durch Einlesen der eGK können sich Mediziner so ab 2021 im Notfall zumindest einen Kurzüberblick verschaffen.

Wie steht es um Datenschutz und -sicherheit?

Das Gesundheitsministerium verspricht ein "Höchstmaß an Schutz". Die Patientenakten der Versicherungen müssen festgelegte Sicherheitsvorgaben erfüllen, sonst bekommen sie keine Zulassung. In Zeiten von Hackerangriffen befürchten Kritiker dennoch, dass es eine absolute Sicherheit wohl nicht geben wird.

Zusammenfassung

Die elektronische Patientenakte (ePA) kann Menschen ab 2021 ein Leben lang begleiten und Untersuchungen, Impfungen und Krankheiten dokumentieren. So funktioniert sie:

  • Einrichten: Der Versicherte lädt eine App seiner Krankenkasse auf das Smartphone oder Tablet, über die er an die ePA kommt. Um sichn anzumelden, ist eine Zwei-Faktor-Authentisierung nötig, etwa ein registriertes Smartphone und ein Passwort. "Der Patient entscheidet, welche Ärzte über welchen Zeitraum Zugriff auf seine ePA haben dürfen", sagt Experte Charly Bunar. Die Heilberufler laden über einen geschützten Datentunnel Inhalte hoch oder runter. Der Versicherte kann Inhalte löschen. Die Krankenkasse darf nur Dokumente einstellen – nicht lesen.
  • Einstellen: Interessante Artikel, alte Laborbefunde oder der aktuelle Impfpass: All das lässt sich in der Akte speichern.
  • Empfangen: Neue Inhalte, etwa Klinikentlassungsbriefe, sind besonders gekennzeichnet.
  • Sortieren: Die Dokumente können nach Quelle geordnet angezeigt werden.
  • Nachlesen: Auch ältere Dokumente kann man jederzeit wieder einsehen.

Quelle: Apotheken Umschau 14.01.2020