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15.07.2019

Herz Digital - Elektronische Unterstützung per App und Co. bei Vorhofflimmern

Wird eine chronische Erkrankung wie das Vorhofflimmern diagnostiziert, so ist es mittlerweile üblich, im Internet zu stöbern und nach weiterführenden Informationen zu der Rhythmusstörung zu suchen. Dabei sollte man gut darauf achten, sich nur bei seriösen Quellen zu informieren. Denn nicht alle Informationen, die im Netz weitergegeben werden, sind tatsächlich richtig und hilfreich.

Auf der „sicheren Seite“ ist man in puncto Krankheitsinformation auf den Webseiten von fachlich fundierten und wissenschaftlich anerkannten Gesellschaften, zum Beispiel der Deutschen Schlaganfallhilfe (www.schlaganfall-hilfe.de), bei der Deutschen Herzstiftung sowie beim Kompetenznetz Vorhofflimmern (www.kompetenznetz-vorhoffl immern.de). Neben sachgerechten Informationen gibt es auf solchen Webseiten oft auch Anregungen zur besseren Krankheitsbewältigung.

Hilfreich kann außerdem der Austausch mit anderen Betroffenen sein, wie er heutzutage auch beispielsweise via Facebook (Gruppe Vorhofflimmern) möglich ist. Dabei sollte man sich jedoch stets bewusst sein, dass es sich um persönliche Informationen, Meinungen und Erfahrungen handelt, nicht jedoch um medizinisch belegtes Wissen.

Ganz praktische Tipps bieten inzwischen Apps, zum Beispiel wenn es darum geht, sich an die tägliche Medikamenteneinnahme erinnern zu lassen. Die modernen digitalen Möglichkeiten zu nutzen ist sinnvoll, verlangt aber auch eine kritische Distanz. Im Zweifelsfall sollte man sich daher nach wie vor mit seinem Arzt beraten, wie die Erkrankung im individuellen Fall am besten zu behandeln und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken am wirkungsvollsten abzuwehren sind.

 

Kompetente Informationen zum Vorhofflimmern Nach aktuellen Berechnungen könnte die Zahl der Menschen mit Vorhofflimmern bis 2020 auf 2,13 Millionen hierzulande ansteigen – nicht eingerechnet die hohe Dunkelziffer von Betroffenen, die nichts von ihrer Rhythmusstörung wissen. Das individuelle Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken, hängt stark vom Lebensalter ab und verdoppelt sich ab dem 50. Lebensjahr etwa mit jeder Altersdekade. Bei den unter 50-Jährigen leidet weniger als ein Prozent an Vorhofflimmern. Bei den über 60-Jährigen steigt die Häufigkeit auf vier bis sechs Prozent und bei über 80-Jährigen auf neun bis 16 Prozent.

< 50 Jahre >>     unter 1 %
> 60 Jahre >>     4-6%
> 80 Jahre >>     9 -16%

GUT ZU WISSEN

Menschen mit Vorhofflimmern können durch den Verzicht auf Alkohol unter Umständen dem Auftreten der Herzrhythmusstörung vorbeugen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung australischer Wissenschaftler, die beim Herzkongress ACC im Frühjahr in New Orleans vorgestellt wurde. An der Studie nahmen 140 Personen mit wiederholtem Vorhofflimmern und moderatem Alkoholkonsum teil. 50 Prozent tranken sechs Monate lang konsequent keinen Alkohol, 50 Prozent lebten wie gewohnt weiter. Durch die Alkoholabstinenz reduzierte sich das Risiko erneuter Episoden des Vorhofflimmerns um etwa die Hälfte.

Quelle: Voskoboinik A et al., Kongress des American College of Cardiology (ACC) 2019, New Orleans, www.kardiologie.org/acc-kongress-2019 Triggert Alkohol das Vorhofflimmern?

Mehr interessante Infos zu den Hintergründen der Erkrankung bietet die Website www.kompetenznetz-vorhofflimmern.de