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Zuhörer eines Seminars

04.07.2019

Rote Karte dem Schlaganfall! Vorhofflimmern: Oft nicht das einzige Gesundheitsproblem

Menschen mit Vorhofflimmern weisen sehr häufig weitere Erkrankungen auf, wie z.B. einen Bluthochdruck, eine Herzschwäche oder einen Diabetes. Das Vorhofflimmern geht außerdem mit einem erhöhten Risiko für einen Schlaganfall einher, wobei sich die Situation mit zunehmendem Alter noch verschärft.

Liegen mehrere Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen vor, die das Risiko eines Schlaganfalls steigern, so sprechen die Mediziner von einem Hochrisikopatienten. Es ist nicht immer einfach, für diese Patienten die passenden Medikamente zu finden. Denn die Behandlung der verschiedenen Krankheiten muss gut aufeinander abgestimmt sein.

Wechselwirkungen vermeiden

Die zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung verordneten Medikamente dürfen Begleiterkrankungen nicht ungünstig beeinflussen und keine Wechselwirkungen mit anderen verordneten Arzneimitteln eingehen. Mit anderen Worten: Sie dürfen sich nicht in ihren Wirkungen gegenseitig verstärken oder abschwächen.

Die Therapietreue unterstützen

Die Behandlung sollte zudem möglichst einfach zu realisieren sein, damit die Therapietreue leicht gewahrt werden kann. Das gilt auch für Wirkstoffe, die die Blutgerinnung hemmen und die Patienten mit Vorhofflimmern verordnet werden. Amerikanische Wissenschaftler haben die verschiedenen Therapieregime genauer unter die Lupe genommen. Die Erhebung gibt Hinweise darauf, dass moderne Gerinnungshemmer – sogenannte „NOAK“ (nicht-Vitamin-K-abhängige orale Antikoagulanzien) – speziell bei diesen Patienten ebenso gut wirken können wie die althergebrachten Vitamin-K-Antagonisten*. Letztere haben jedoch den Nachteil, dass regelmäßige Blutkontrollen notwendig sind. Denn die Hemmung der Blutgerinnung muss ausreichen, um die Bildung von Thromben zu verhindern, darf aber nicht zu stark sein, damit das Blutungsrisiko nicht zu hoch wird. Erschwerend kommt hinzu, dass Vitamin-K-Antagonisten Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und auch mit Nahrungsmitteln eingehen können, was die Wirkung verstärken oder abschwächen kann. Auch deshalb sind regelmäßige Kontrollen der Gerinnung und gegebenenfalls Dosisanpassungen notwendig. Insbesondere für ältere Menschen, die oft Schwierigkeiten haben, die erforderlichen Blutkontrollen selbst zu Hause vorzunehmen, bedeuten die Kontrolluntersuchungen zusätzliche Arztbesuche und damit auch eine zusätzliche Belastung durch die Therapie. Bei den modernen NOAK entfallen die engmaschigen Kontrolluntersuchungen, was die Behandlung vor allem für betagte und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen deutlich einfacher macht.

* Quelle: Mentias A et al., JAMA Network Open 2018; 1(5): e182870

Mehr Informationen unter www.rote-karte-dem-schlaganfall.de oder www.gegen-schlaganfall.de