Warum die Prävention von Vorhofflimmern so wichtig ist

Pharmazeutika
Gastbeitrag: Rote Karte dem Schlaganfall

Verschiedene Faktoren können das individuelle Schlaganfallrisiko beeinflussen. Besonders relevant ist das Vorhofflimmern, eine häufig unbemerkte Herzrhythmusstörung. Wird es nicht behandelt, kann die Wahrscheinlichkeit, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Fünffache ansteigen. Ein kritischer Wert, da durch Vorhofflimmern ausgelöste Schlaganfälle oft besonders schwer verlaufen(1).

Der Kardiologe Prof. Dr. Harald Darius vom Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin, sieht sich häufig mit der Herzrhythmusstörung konfrontiert – und das nicht ohne Grund: „1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Vorhofflimmern. Aber die Dunkelziffer ist hoch”, so Darius(2). Zu begründen ist die hohe Dunkelziffer mit der oft schwierigen Erkennbarkeit, da Vorhofflimmern nicht regelmäßig auftritt und in vielen Fällen vom Patienten nicht bemerkt wird.

Wird die Herz-Kreislauf-Erkrankung diagnostiziert, können zur Vorbeugung eines Schlaganfalls blutverdünnende Medikamente eingesetzt werden. Bei diesen Gerinnungshemmern wird zwischen den Vitamin-K-Antagonisten und den Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulantien (NOAK) unterschieden, die seit 2011 zur Schlaganfallprävention bei nicht valvulärem Vorhofflimmern zur Verfügung stehen. „Man geht davon aus, dass mit den Vitamin-K-Antagonisten die Schlaganfallhäufigkeit oder Inzidenz um 65 Prozent abnimmt und mit den neuen Medikamenten, den Nicht-Vitamin-K-oralen Antikoagulantien, sogar noch mehr, nämlich um bis zu 70 Prozent“, so Darius. Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, müssen verstärkt auf ihre Ernährung achten. Lebensmittel wie Brokkoli oder Blattsalate enthalten viel Vitamin-K und können Interaktionen hervorrufen.

Doch wie stellt sich die Versorgung von Patienten mit Vorhofflimmern in Deutschland dar? Und was kann gegen die hohe Dunkelziffer getan werden? Auch diese Fragen beantwortet Darius, der an der Erstellung des Weißbuchs „Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern“ beteiligt war:

• Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung.
• Um der großen Dunkelziffer entgegenzuwirken, müssen Diagnostik und Früherkennung verbessert werden. Dafür ist Aufklärung dringend notwendig.
• Die Wahrscheinlichkeit, an Vorhofflimmern zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter.
• Seit die Nicht-Vitamin-K-abhängigen oralen Antikoagulantien zur Verfügung stehen, hat sich die Versorgung von Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern deutlich verbessert.
• Die Schlaganfallprävention ist neben der Kontrolle des Herzrhythmus und der Frequenz das vordergründige Behandlungsziel. Dafür ist es wichtig, dass die Patienten ihre Medikamente regelmäßig einnehmen.
• Das Weißbuch stellt nicht nur die aktuelle Versorgungssituation dar, es zeigt auch Defizite in der Versorgung auf.

Die wichtigsten Erkenntnisse des Weißbuchs “Schlaganfallprävention bei Vorhofflimmern” haben wir Ihnen verständlich in der Broschüre “Platzverweis für den Schlaganfall – Bestmögliche Versorgung bei Vorhofflimmern” zusammengestellt.

Die Broschüre kann kostenfrei bestellt werden:

• Per E-Mail: info@rote-karte-dem-schlaganfall.de
• Per Post: Rote Karte dem Schlaganfall/ Bayer, Postfach 10 03 61, 47703 Krefeld

Weitere Informationen rund um die Erkrankungen Vorhofflimmern und Schlaganfall finden Sie unter:

http://www.rote-karte-dem-schlaganfall.de/

http:// www.gegen-schlaganfall.de/

 

Was passiert beim Vorhofflimmern?

1 Camm AJ et al. Eur Heart J 2010;31:2369-2429.
2 Pressekonferenz „Rote Karte dem Schlaganfall – Auf ins fünfte Jahr mit bestmöglicher Versorgung und
gesunder Ernährung“, 3. März 2016, Leverkusen