Herzschrittmacher: Innovative Technologien und neueste Entwicklungen

Unregelmäßige oder zu langsame Herzschläge können eine Reihe von unangenehmen Symptomen verursachen, die das Wohlbefinden der betroffenen Personen erheblich beeinträchtigen.

In solchen Fällen bietet die Medizintechnik eine wirksame Lösung an: Ein Herzschrittmacher, ein kleines Gerät, das darauf ausgelegt ist, den natürlichen Herzrhythmus wiederherzustellen und aufrechtzuerhalten. Es handelt sich dabei um eine bedeutsame Therapieoption für Menschen mit bestimmten Herzleiden, die durch einen chirurgischen Eingriff umgesetzt wird.

Der Prozess einer Herzschrittmacher-Implantation ist sorgfältig geplant und durchgeführt, um das Risiko für die Patienten zu minimieren und die beste Funktion des Geräts zu gewährleisten.

Neben dem Operationsverlauf selbst sind die langfristigen Aspekte des Lebens mit einem Herzschrittmacher, einschließlich der Anpassungen, die Personen möglicherweise vornehmen müssen, und der damit verbundenen Risiken, wichtige Informationen für Betroffene und Angehörige.

ZUSAMMENFASSUNG
  • Herzschrittmacher korrigieren unregelmäßige und zu langsame Herzschläge.
  • Die Implantation ist ein planvoller chirurgischer Eingriff mit beachtenswertem Nutzen.
  • Informationen über den Umgang mit einem Herzschrittmacher sind für Betroffene lebenswichtig.

Funktion und Arbeitsweise eines Herzschrittmachers

Einzelkammer-Stimulationssysteme

Diese Systeme werden verwendet, wenn das Herz ungewöhnlich langsam schlägt, eine Bedingung, die als Bradykardie bekannt ist. Eine einzelne Elektrode wird in einer der Herzkammern, entweder im rechten Vorhof oder in der rechten Kammer, positioniert. Die Platzierung der Elektrode hängt davon ab, welche Kammer rhythmische Unterstützung benötigt, ob es sich um den natürlichen Schrittmacher des Herzens, den Sinusknoten, oder den AV-Knoten handelt, der elektrische Signale weiterleitet.

Doppelkammer-Stimulationssysteme

Ein Doppelkammer-System erfüllt eine fortgeschrittenere Überwachungs- und Stimulationsfunktion, indem es gleichzeitig mit dem rechten Vorhof und der rechten Kammer des Herzens verbunden ist. Es ermöglicht die Koordination von Signalen zwischen diesen beiden Bereichen, was notwendig ist, um Herzschläge effizient und im richtigen Rhythmus schlagen zu lassen.

Kardiale Resynchronisationstherapie-Geräte (CRT)

CRT-Geräte kommen zum Einsatz, wenn das Herz an Schwäche leidet und die Muskeln nicht mehr synchron pumpen können, ein Zustand bekannt als Herzinsuffizienz. Sie nutzen drei Elektroden, wobei zwei im rechten Herzabschnitt und eine im linken platziert werden. Dies führt zu einer neusynchronisierten Funktion des Herzmuskels, der dann wieder gleichmäßiger und wirkungsvoller Pumpbewegungen ausführt.

Ein Herzschrittmacher ist ein medizinisches Gerät, das dazu dient, den natürlichen Herzrhythmus bei zu langsamer Elektroaktivität durch künstliche Impulse zu unterstützen. Das Gerät, etwa so groß wie eine Streichholzschachtel, besteht aus einer Stromquelle sowie Elektrodendrähten und ist dauerhaft in der Brust implantiert.

Es reagiert auf körperliche Aktivitäten und passt die Herzfrequenz entsprechend an, um eine optimale Blutversorgung des Organismus zu gewährleisten. Es gibt verschiedene Arten von Herzschrittmachern, dazu gehören Einzelkammer-, Doppelkammer- und CRT-Systeme. Sie unterscheiden sich in der Anzahl und Platzierung der Elektroden im Herz und sind ausgerichtet auf das spezifische Problem der Herzrhythmusstörung des Patienten.

Zeitpunkt für die Versorgung mit einem Herzschrittmacher

Ein Herzschrittmacher wird eingesetzt, wenn das Herz es nicht mehr schafft, eigenständig im Takt zu schlagen. Dies ist üblicherweise der Fall bei einer Verlangsamung des Herzschlags, bekannt als Bradykardie. Die rechtzeitige Unterstützung durch ein solches Gerät ist wichtig, weil Bradykardie auf lange Sicht zu Herzschwäche führen kann.

Anzeichen für Herzrhythmusstörungen umfassen:

  • Extrasystolen: unregelmäßige, zusätzliche Schläge zum normalen Herzrhythmus
  • Schwindelgefühl
  • Übelkeit
  • Gefühl der Unruhe
  • Ohnmachtsanfälle

Besonders bei älteren Personen ist es empfehlenswert, die Herzfunktion regelmäßig medizinisch beurteilen zu lassen, da Herzrhythmusstörungen nicht immer direkt spürbar sind.

Ablauf einer Herzschrittmacherimplantation

Die moderne Herzschrittmacherimplantation ist eine Routineoperation, die unter Anwendung örtlicher Betäubung durchgeführt wird, sodass der Patient währenddessen bei Bewusstsein bleibt. In einem Operationssaal bereitet der Chirurg die Haut nahe dem Schlüsselbein vor, indem er diese sterilisiert und mit einem Anästhetikum behandelt.

  • Operationsbeginn: Unter Verwendung von Bildgebungsverfahren wie dem Röntgen leitet der Mediziner eine Führungssonde durch eine Vene in der Schlüsselbeingegend zum Herzen.
  • Implantation des Herzschrittmachers: Sobald die Sonden korrekt platziert sind, wird der Herzschrittmacher angeschlossen, der üblicherweise unter der Haut oder unterhalb des Brustmuskels eingefügt wird.
  • Dauer: Die gesamte Prozedur dauert etwa eine Stunde.

Nach erfolgreicher Operation wird der Patient für mindestens 24 Stunden zur Überwachung im Krankenhaus behalten. Der anschließende Heilungsprozess unterstützt durch eine Rehabilitationsmaßnahme, die zwei bis drei Wochen anhält und sowohl körperliches als auch psychologisches Wohlbefinden fördert.

  • Postoperative Wiederherstellung: Die meisten Patienten sind nach zwei bis vier Wochen wieder im Stande, ihren alltäglichen Tätigkeiten ohne Einschränkungen nachzugehen.
  • Batterielaufzeit: Die Herzschrittmacherbatterie hält in der Regel sieben bis zehn Jahre, wonach ein Austausch des Geräts notwendig wird.

Diese Operation wird allgemein gut toleriert und ermöglicht den Patienten meist ein beschwerdefreies Leben. Detaillierte Informationen und individuelle Beratung bietet der behandelnde Kardiologe.

Mögliche Risiken einer Herzschrittmacher-Implantation

  • Blutung: Nach der Operation können Blutungen auftreten.
  • Blutgerinnselbildung: Es besteht die Möglichkeit der Gerinnselbildung im Blut.
  • Nervenschädigung: Verletzungen von Nerven sind als Risiko nicht auszuschließen.

Patienten sollten sich über spezifische Risiken der Schrittmacheroperation bei ihrem behandelnden Arzt informieren. Technische Probleme des Schrittmachers werden nach der Implantation korrigiert, sofern sie vorhanden sind.

  • Schrittmacherausweis: Patienten bekommen einen speziellen Ausweis, den sie stets mitführen sollten, um bei Sicherheitskontrollen, wie am Flughafen, auf ihren Herzschrittmacher hinweisen zu können.

Herzschrittmacher bei Herzschwäche

Herzinsuffizienz kann mit einer asynchronen Herzaktion einhergehen, wobei die Herzmuskelbereiche nicht mehr koordiniert kontrahieren. Dies führt zu verminderter Herzleistung und erhöht das Risiko eines Herzstillstands. Eine wirksame Therapie ist die Implantation eines Herzschrittmachers, insbesondere die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT), die darauf abzielt, die Herzräume synchronisiert schlagen zu lassen.

Zudem ist es nicht unüblich, dass Patienten mit Herzinsuffizienz Herzschrittmacher erhalten, die zusätzlich als Defibrillatoren wirken. Das ist bedingt durch das Vorkommen von Tachykardien bei diesen Patienten. Der integrierte Defibrillator kann lebensbedrohliche Arrhythmien durch Schockabgabe terminieren.

Häufig gestellte Fragen

Wann wird ein Herzschrittmacher eingesetzt?

Ein Herzschrittmacher kommt zum Einsatz, wenn das Herz unregelmäßig schlägt – entweder zu langsam oder zu schnell. Dieses medizinische Gerät hilft, Rhythmusstörungen des Herzens zu korrigieren. Verschiedene gesundheitliche Probleme wie Entzündungen des Herzmuskels oder Herzschwäche können die Ursache für einen unregelmäßigen Herzschlag sein.

Wie lange ist die Haltedauer eines Herzschrittmachers?

Die Lebensdauer eines Herzschrittmachers hängt von verschiedenen Faktoren ab, liegt aber durchschnittlich bei 7 bis 10 Jahren. Wichtige Aspekte, die diese Dauer beeinflussen, sind die Batterielebensdauer, die Nutzungsintensität, technologische Entwicklungen, der Gerätetyp sowie regelmäßige Wartung und Kontrollen. Mehr Infos: Wie lange hält ein Herzschrittmacher?

Ist für die Implantation eines Herzschrittmachers eine Vollnarkose erforderlich?

Die moderne Medizin ermöglicht die Einsetzung eines Herzschrittmachers ohne Vollnarkose. Diese kleine Operation wird unter lokaler Betäubung durchgeführt, wobei der Patient bei Bewusstsein bleibt. Die Dauer des Eingriffs beträgt üblicherweise etwa eine Stunde.

Können Menschen mit einem Herzschrittmacher Sport treiben?

Ja, es wird sogar empfohlen, dass Träger eines Herzschrittmachers aktiv bleiben und Sport treiben. Die Intensität sollte jedoch auf den individuellen Gesundheitszustand abgestimmt sein. Hierüber sollte man sich mit seinem Arzt besprechen, um ein geeignetes Bewegungsprogramm zu entwickeln.

Gibt es eine Altersbegrenzung für die Verwendung eines Herzschrittmachers?

Es gibt keine feste Altersgrenze für die Implantation eines Herzschrittmachers. Auch Menschen über 90 Jahre können Kandidaten für diese Prozedur sein. Die Entscheidung hierfür trifft der Arzt auf Basis der allgemeinen Gesundheit und des Wohlbefindens des Patienten.